Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

An-Institut gewinnt Klimaschutz-Wettbewerb

Bekanntes neu denken

[13.08.2015] Es geht um unsere Zukunft: Im Wettbewerb „EnergieUmweltwirtschaft.NRW“ werden mit rund 25,5 Millionen Euro kleine und mittelständische Unternehmen bei klima- und umweltschonenden Innovationen unterstützt. Auf dem ersten Platz steht ein Vorhaben des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA), einem An-Institut der Universität Duisburg-Essen (UDE). Insgesamt 27 Verbundprojekte werden von der Landesregierung NRW gefördert – Umwelt-, Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium arbeiten hier zusammen.

Das Sieger-Projekt heißt „HyKoHTPEM – Optimiertes HT-PEM Brennstoffzellensystem durch thermische und stoffliche Kopplung mit einem neuartigen Metallhydrid-Wasserstoffspeicher“. Es will bereits Bekanntes neu denken: Mit Partnern soll ein Energiesystem für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen entwickelt werden, das bedarfsgerecht Strom und Wärme bereitstellt.

„Solche Anlagen haben üblicherweise das Problem, dass sie Strom und Wärme gleichzeitig produzieren. Viel Strom heißt auch viel Wärme. Sie können also nur heizen, wenn Sie gleichzeitig Strom verbrauchen und umgekehrt“, erklärt der wissenschaftliche Leiter Prof. Dr. Dieter Bathen. Das neue, hoch komplexe Verfahren entkoppelt dies zeitweise, indem es eine Brennstoffzelle mit einem Reformer und einem Speicher kombiniert. Es wird dadurch deutlich flexibler.

Drei Beispiele: Werden Strom und Wärme gleichzeitig gebraucht, betreibt man den Reformer und die Brennstoffzelle und nutzt deren Abwärme zum Heizen. Wird nur Strom benötigt, läuft das über den Speicher und die Brennstoffzelle. Mit deren Abwärme wird dann der Speicher entladen. Wer nur Wärme benötigt, nutzt den Reformer und lädt zugleich den Speicher, der dabei Wärme abgibt. „Die Wärme- und Stromlastgänge sind so voneinander unabhängig“, sagt Dr. Stefan Peil, der Projektleiter am IUTA.

Möglich macht dies ein Metallhydrid-Wasserstoffspeicher. Er wurde vom IUTA und dem Mülheimer Max-Planck-Institut für Kohlenforschung entwickelt. Die für die Kopplung zu modifizierende Brennstoffzelle wird von der FCPower GmbH aus Aachen angepasst. Das Unternehmen will damit neue Märkte erschließen, und die beteiligten Forschungsinstitute werden ihre langjährige Kompetenz in der metallhydrid-basierten Wasserstoff- und Wärmespeicherung ausbauen.

Weitere Informationen: Dr. Stefan Haep, Tel. 02065/418-204, haep@iuta.de, Prof. Dr. Dieter Bathen, Tel. 02065/418-208, bathen@iuta.de

Redaktion: Katrin Koster, Tel. 0203/379-1488

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