Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Prof. Bowers spricht als Scientist in Residence

Die Zukunft der Datenübertragung

[15.01.2016] Einen hochrangigen Gast kann die Universität Duisburg-Essen (UDE) am 28. Januar zu einem öffentlichen Vortrag begrüßen: Prof. John E. Bowers reist eigens von der University of California an. Der Direktor des Instituts für Energieeffizienz wird in englischer Sprache über die Zukunft der integrierten Photonik sprechen (Beginn: 18 Uhr, Campus Essen, Kleiner Saal im neuen Hörsaalzentrum R14 an der Gladbecker Straße, Anmeldung unter https://www.uni-due.de/de/scientist/). Der Vorschlag zur Besetzung der Gastprofessur geht auf den Profilschwerpunkt Materials Chain der Universitätsallianz Ruhr zurück.

Als Scientist in Residence wird Prof. Bowers auch mit Fachkollegen an der UDE zusammentreffen, die gerade erneut einen Weltrekord bei der optischen Funkübertragung (Mikrowellen-Photonik) aufgestellt haben. Dem Forschungsteam am Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik (ZHO) gelang erneut ein Durchbruch, der den Ausbau zukünftiger 5G-Mobilfunknetze vereinfachen könnte. Sie entwickelten zusammen mit europäischen und amerikanischen Partnern neue Technologien, die eine besonders effiziente Übertragung auch bei höchsten Funkfrequenzen ermöglichen.

5G liefert Architekturen und Standards für die Kommunikationsinfrastrukturen des kommenden Jahrzehnts. Diese neuartigen Technologien sollen u.a. im Verkehr, in der Bildung oder auch in der Unterhaltung und den Medien eingesetzt werden. Die ersten 5G-Netze könnten ab 2020 marktreif sein und haben neben einer deutlich größeren Kapazität weitere Vorteile, wie extrem verlässliche Verbindungen und eine äußerst kurze Reaktionszeit.

Prof. Andreas Stöhr: „Das herausragende an unseren Experimenten ist die hohe spektrale Effizienz, mit deren Hilfe extrem viele Bits pro Sekunde in eine vorgegebene Funkkanalbreite ‚gepresst‘ werden können.“ Dies ist deshalb so interessant, weil weltweit bei niedrigeren Funkfrequenzen nur sehr kleine Funkkanalbreiten von wenigen 10 MHz eingesetzt werden dürfen. Anders ist dies beim 60-GHz-Band: Hier darf ein Funkkanal mit einer Breite von einem GHz und mehr genutzt werden. So können die Netzbetreiber künftig deutlich mehr Daten in gleicher Zeit übertragen. Möglich wurde dies durch neu entwickelte photonische Funktransmitter und Systemarchitekturen.

Trotz dieses Durchbruchs treibt es Prof. Stöhr zu immer neuen Höhenflügen: „Unser nächstes Ziel ist, in noch viel höhere Funkfrequenzen im Terahertz-Bereich, also oberhalb von 300 GHz, vorzudringen, wo es noch viel größere Funkkanalbreiten gibt. Pro Kanal können dort voraussichtlich bis zu 100 Gigabit pro Sekunde effizient funkgestützt übertragen werden.“

Weitere Informationen: https://www.uni-due.de/de/scientist/
Prof. Dr. Andreas Stöhr, Optoelektronik, andreas.stoehr@uni-due.de, Tel. 0203/379-2825, https://www.oe.uni-due.de/start/about/presse/160115_1024_QAM.asp

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430, 0172/2365-379, beate.kostka@uni-due.de