Neu an der UDE/am UK Essen: Christos Rammos
Spezialist für Gefäßerkrankungen
- von Dr. Alexandra Nießen
- 21.07.2026
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Verengte Arterien, mangelhaft durchblutet: Was hinter Erkrankungen wie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit steckt und wie sie optimal behandelt werden kann, ist eines der Forschungsthemen von Prof. Dr. Christos Rammos. Der 45-Jährige hat die Professur für ‚Gefäßmedizin‘ an der Medizinischen Fakultät derUDE / am Universitätsklinikum Essen angenommen.
[Dr. Alexandra Nießen:] Was erforschen Sie am Universitätsklinikum Essen (UK Essen)?
[Prof. Dr. Christos Rammos:] Meine Forschung beschäftigt sich mit den Ursachen und der Behandlung von Gefäßerkrankungen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit – einer weit verbreiteten Erkrankung der Beingefäße – sowie auf der Optimierung der Akutversorgung bei Lungenembolie. Darüber hinaus untersuche ich, wie der Darm und seine Bakterien – das sogenannte Mikrobiom – die Gesundheit unserer Gefäße beeinflussen. Wir wissen heute, dass eine gestörte Darmflora möglicherweise die Entstehung von Gefäßerkrankungen aktiv mitbeeinflusst. Mein Ziel ist es, diese Zusammenhänge zu verstehen und neue, auch nicht-medikamentöse Therapieansätze direkt für Patienten nutzbar zu machen.
Welche weiteren Themen liegen Ihnen am Herzen?
Besonders wichtig ist mir die Versorgungsforschung bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit: Wir haben in Deutschland eine erhebliche Unterversorgung dieser Patienten nachgewiesen und arbeiten daran, durch registerbasierte Studien und digitale Interventionen die Behandlungsqualität nachhaltig zu verbessern. Ein weiteres Herzensthema ist es die Akutversorgung bei Lungenembolie zu optimieren. Wir entwickeln für die Rhein-Ruhr-Region ein KI-gestütztes Versorgungsnetzwerk, das spezialisierte Zentren mit regionalen Kliniken verbindet.
Warum haben Sie sich für das UK Essen entschieden?
Die Universitätsmedizin Essen ist einzigartig in der Kombination aus klinischer Infrastruktur und Forschung. Ich arbeite hier seit 2015 und habe im Team wesentliche Strukturen mit aufgebaut – vom dreifach zertifizierten Gefäßzentrum bis zum Programm PERT – die Abkürzung steht für Pulmonary Embolism Response Team –, in dem wir Patient:innen mit Lungenarterienembolie optimal versorgen können.
Das UK Essen und das Westdeutsche Herz- und Gefäßzentrum sind für mich als Forscher ideal. Genauso wie die Rhein-Ruhr-Region und das Netzwerk aus Universitätskliniken, Maximalversorgern und Unternehmen in Medizintechnik und Digitalbereich. Das alles ermöglicht großangelegte Versorgungsforschung – wie unser geplantes regionales Lungenembolie-Netzwerk. Diese gewachsene Basis, verbunden mit der Einbettung in das Westdeutsche Herz- und Gefäßzentrum und die starke Forschungsgemeinschaft der UDE, macht diesen Standort für meine wissenschaftlichen und klinischen Ziele ideal.
Was sollten Ihre Studierenden über Sie wissen?
Mir ist wichtig, dass Studierende nicht nur medizinisches Wissen erwerben, sondern auch lernen, klinisch zu denken und wissenschaftlich zu arbeiten. Ich möchte früh Begeisterung für die Gefäßmedizin wecken. Neben klassischer Lehre biete ich daher auch Einblicke in laufende Studien und Laborarbeit an. Direkte Kommunikation und die Förderung eigener Projekte sind mir ebenso wichtig wie der Anspruch, exzellente Patientenversorgung und innovative Forschung als Einheit zu verstehen.
Fachartikel:
Rammos, Ch. et al.: „Peripheral artery disease in Germany (2009–2018): Prevalence, frequency of specialized ambulatory care and use of guideline-recommended therapy – A population-based study“, in: The Lancet Regional Health – Europe Vol. 5 (June 2021): https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666776221000909
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Christos Rammos, MHBA, FESC, Westdeutsches Herz- und Gefäßzentrum Essen (WHGZ), Tel. +49 201 72384808, christos.rammos@uk-essen.de
Redaktion: Dr. Alexandra Nießen, Tel. +49 203 3791487, alexandra.niessen@uni-due.de