© UDE/Alexandra Roth

Neu an der UDE/am UK Essen: Mona Malek Mohammadi

Ein gesundes Herz – ein Leben lang?

Warum kann sich das junge Herz noch erstaunlich gut von Verletzungen erholen, während diese Fähigkeit später weitgehend verloren geht? Prof. Dr. Mona Malek Mohammadi, neue Junior-Professorin für ‚Translationale Immuno-Kardiologie‘ an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, erforscht die zellulären und molekularen Mechanismen, die dahinter stehen. Sie möchte am Universitätsklinikum Essen unter anderem zur Regeneration erwachsener Herzen neue Therapien entwickeln.

[Dr. Alexandra Nießen:] Wenn Sie Ihre Forschung Menschen außerhalb Ihres Fachgebiets erklären müssten: Worum geht es?

[Jun.-Prof. Dr. Mona Malek Mohammadi:] Ich untersuche, wie das junge Herz auf Verletzungen und Belastungen reagiert und welche Mechanismen darüber entscheiden, ob es sich regeneriert oder krankhaft umbaut. Besonders interessiert uns, wie Herzmuskel-, Blutgefäß-, Immun- und Bindegewebszellen während dieses Prozesses miteinander kommunizieren. Dieses Wissen soll helfen, neue Wege zu finden, um Reparatur- und Schutzmechanismen auch im erwachsenen Herzen gezielt zu aktivieren.

Was fasziniert Sie persönlich an diesem Thema?

Mich fasziniert, dass das Herz nur für kurze Zeit nach der Geburt noch über erstaunliche regenerative und adaptive Fähigkeiten besitzt, die später fast vollständig verloren gehen. Innerhalb weniger Tage verändert sich seine Reaktion auf Verletzung grundlegend. Zu verstehen, was diesen Wandel steuert und ob sich regenerative Programme später erneut aktivieren lassen, eröffnet aus meiner Sicht völlig neue Perspektiven für die Behandlung von Herzerkrankungen.

Was möchten Sie am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) voranbringen?

Mit meiner Berufung bringe ich ein DFG-Projekt ans UK Essen. Wir untersuchen, wie die Zellen des Herzmuskels und des Bindegewebes – die Kardiomyozyten und die Fibroblasten – miteinander kommunizieren. Ich möchte herausfinden, wie dieser Austausch die regenerative Antwort des Herzens von Neugeborenen reguliert und wie sich Herzmuskelzellen nach einer Schädigung regenerieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert unsere Studie mit fast 520.000 Euro.

Am UK Essen möchte ich zudem eine Forschungsgruppe für translationale Immunokardiologie aufbauen, die Grundlagenforschung eng mit klinischen Fragen verbindet. Mein Ziel ist es, die Rolle von Immunzellen bei Herzregeneration, Anpassung und Erkrankung besser zu verstehen und daraus neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. Wichtig ist mir dabei auch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit am Standort Essen.

Welche Erkenntnis aus Ihrer wissenschaftlichen Arbeit hat Sie selbst besonders überrascht?

Besonders überrascht hat mich, wie anpassungsfähig das junge Herz auf Belastungen reagieren kann, ohne unmittelbar ein pathologisches Remodeling zu entwickeln. Dabei spielen nicht nur Herzmuskelzellen, sondern auch Immun- und andere Zelltypen eine aktive Rolle. Diese Erkenntnis hat meinen Blick auf das Herz verändert: Regeneration ist kein Programm einzelner Zellen, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels.

 

Zur Person: Mona Malek Mohammadi

Wissenschaftliche Beschäftigung

  • Seit September 2026: Junior-Professorin für Translationale Immuno-Kardiologie, Medizinische Fakultät der UDE und UK Essen
  • April 2020 bis August 2026: Gruppenleiterin, Universität Bonn, Institut für Physiologie I
  • September 2017 bis März 2020: Gruppenleiterin, European Centre for Angioscience (ECAS) der Medical Faculty Mannheim, Heidelberg University.
  • Januar 2016 bis August 2017: Postdoc an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

Studium

  • 2012-2016 Ph.D.-Studium an der MHH
  • 2009-2012: Master in Medical Biotechnology an der Tarbiyat Modares University, Teheran (Iran)
  • 2005-2008: Bachelor in Biotechnology an der University Putra Malaysia, Selangor (Malaysia)

 

Weitere Informationen:
Jun.-Prof. Dr. Mona Malek Mohammadi, Medizinische Fakultät, Institut für Immuno-Kardiologie, Mona.MalekMohammadi@uk-essen.de

Redaktion: Dr. Alexandra Nießen, alexandra.niessen@uni-due.de

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