Neu an der UDE: Lena Wessel
Zahlen und Sprache perfekt kombinieren
- von Dr. Alexandra Nießen
- 18.09.2026
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Mathematik – von vielen Schüler:innen wird das Fach gefürchtet. Prof. Dr. Lena Wessel möchte das ändern und zeigt, wie wichtig Sprache für das Verständnis der Zahlenwelt ist. In praxisbezogenen Projekten kooperiert sie unter anderem mit Schulen und entwickelt Fortbildungen für Mathematiklehrkräfte.
[Dr. Alexandra Nießen:] Wie würden Sie Ihre Forschung jemandem außerhalb Ihres Fachgebiets erklären?
[Prof. Dr. Lena Wessel:] Konkret beschäftige ich mich mit Fragen zum Mathematiklernen in den Sekundarstufen. Ich widme mich insbesondere der Rolle von Sprache, einem verstehensorientierten analytischen Geometrieunterricht sowie der Fortbildung von Mathematiklehrkräften. Dabei arbeiten wir sehr praxisorientiert, das heißt, wir kooperieren mit Schulen und erheben Daten im Mathematikunterricht oder in der Mathematikfortbildung oder in Lehrveranstaltungen im Studium.
Was fasziniert Sie persönlich an diesem Thema?
Mich fasziniert, wie viele Faktoren in der Mathematikdidaktik zusammenspielen – gerade wenn es um die Interaktion von Kindern und Jugendlichen untereinander, mit Aufgabenmaterial und mit ihren Mathematiklehrer:innen geht. Diese Interaktion etwa im gemeinsamen Unterrichtsgespräch besonders relevant für gelingendes Mathelernen. Und weil sich schulisches aufgrund stetigem Wandel in der Gesellschaft – wie durch neue digitale und technische Möglichkeiten – auch ständig ändern, kommen laufend neue Herausforderungen und Forschungsfelder hinzu.
Was möchten Sie an der UDE in den kommenden Jahren voranbringen?
Meine Vorgängerin an der UDE, Prof. Dr. Bärbel Barzel, hat im Studiengang für das Lehramt an Haupt-, Real, Sekundar- und Gesamtschulen (HRSGe) schon viel aufgebaut. Was die Hochschullehre und Kontakte zu Schulen in der Umgebung angeht, kann ich hier also gut anknüpfen.
Gleichzeitig möchte ich mit meinem interdisziplinär ausgerichteten Schwerpunkt auf Sprachbildung, Lehrkräftefortbildung und den jeweiligen Projekten dazu beitragen, dass Mathematik auch in den höheren Jahrgangsstufen bis zum Abitur sprachbildend und verstehensorientiert unterrichtet wird. Auch Bildungsgerechtigkeit liegt mir am Herzen. Wir sind in diesem Punkt in Deutschland nicht gut aufgestellt, sodass es auch aus mathematikdidaktischer Perspektive viel zu tun gibt.
Welches Missverständnis über Ihr Fachgebiet würden Sie gerne ausräumen?
Personen außerhalb der Fachdidaktiken denken oft, bei uns ginge es um Unterrichtsmethoden und dass wir nichts anderes tun, als diese zu lehren und zu beforschen. Und klar, Methoden sind im Unterricht sinnvoll festzulegen, mathematikdidaktische Forschung geht jedoch noch in viele andere Bereiche und ist sehr interdisziplinär.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Lena Wessel, Didaktik der Mathematik, Tel. 0201/18-37583, lena.wessel@uni-due.de
Redaktion: Dr. Alexandra Nießen, alexandra.niessen@uni-due.de