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Berufsorientierung jugendlicher Flüchtlinge

Wie Akteure vor Ort kooperieren können

  • von Claudia Braczko
  • 23.10.2018

Jugendliche, die nach Deutschland geflüchtet sind, müssen sich nicht nur im fremden Land zurechtfinden und die Sprache erlernen, auch der künftige Berufsweg ist zu planen. Bei der Orientierung helfen vor Ort viele Beteiligte – Berufskollegs, öffentliche und freie Jugendhilfe, Arbeitsagentur, Jobcenter und verschiedene Beratungsstellen.

Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat in einer aktuellen Studie für das Institut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) untersucht, wie „Integration durch Bildung“ funktionieren kann, welche Netzwerkstrukturen nötig sind und wie sich die Kooperation vor Ort weiterentwickeln lässt.

Die IAQ-Forscherinnen Dr. Karola Köhling und Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey haben dazu Interviews mit beteiligten Akteuren in 19 Kommunen in NRW geführt. Anhand von Beispielen aus der lokalen Praxis zeigt die Studie, dass es neben dem Informationsaustausch von hoher Bedeutung ist, Fördermöglichkeiten unterschiedlicher Akteure zu verknüpfen und die Begleitung von Übergängen abzusprechen.Das gilt sowohl bei den Angeboten vor Ort als auch bei der Bearbeitung von Einzelfällen.

„Für die (Weiter-)Entwicklung dieser Kooperation ist es sinnvoll, die vorhandenen Strukturen optimal zu nutzen“ plädiert Dr. Karola Köhling. Chancen sehen die IAQ-Forscherinnen vor allem darin, Strukturen und Prozesse, die angesichts von großen Zahlen an neu zugewanderten Jugendlichen quasi im „Krisenmodus“ entwickelt wurden, zu überprüfen, zu modifizieren, zu ergänzen und nachhaltig zu verankern. „Das ist wichtig, weil Integration Zeit braucht und nicht mit Maßnahmen der Erstförderung abgeschlossen ist“, so Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey. „Zudem lassen sich die oft positiven Erfahrungen nutzen, um die Kooperation in der vorbeugenden Sozialpolitik auch im Hinblick auf andere Arbeitsfelder weiterzuentwickeln.“

Eine ausführliche Darstellung der Forschungsergebnisse erscheint Anfang 2019 im Verlag Springer-VS.

Weitere Informationen: http://www.fgw-nrw.de/fileadmin/user_upload/FGW-Studie-VSP-13-Stoebe-Blossey-2018_10_04-komplett-web.pdf

IAQ: Dr. Karola Köhling, Tel. 0203/37-91839, karola.koehling@uni-due.de; Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey, Tel. 0203/37-91805; sybille.stoebe-blossey@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0157/7128 3308, claudia.braczko@gmail.com

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