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Wissensspeicher für die Forschung

Datenschätze digitalisieren

  • von Ulrike Bohnsack
  • 01.07.2020

Wo geforscht wird, entstehen viele wertvolle Daten. Oft werden sie nur lokal und vorübergehend gespeichert und drohen so verloren zu gehen. Bund und Länder unterstützen deshalb den Aufbau einer Nationalen Forschungsdaten-Infrastruktur (NFDI). Jetzt hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz beschlossen, neun Konsortien zu fördern. An dem sozialwissenschaftlichen „KonsortSWD“ arbeitet UDE-Politikwissenschaftler Prof. Andreas Blätte mit.

Sichern, aufbewahren, finden, teilen: Bis 2028 sollen digitale Datenschätze über die Disziplinen hinweg systematisch zugänglich gemacht und möglichst auch international verknüpft werden. Eine Mammutaufgabe. Denn bisherige Lösungen müssen vernetzt, Standards vereinheitlicht, aber auch neue Werkzeuge geschaffen werden. Bis zu 90 Mio. Euro jährlich stecken Bund und Länder in den Aufbau der NFDI.

Für die Sozial-, Bildungs-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften ist KonsortSWD zuständig. Auch hier stellt sich das Problem, dass es noch kein dauerhaftes und einheitliches Datenmanagement gibt. Oft sind sensible personenbezogene Daten gefragt, z. B. aus der amtlichen Statistik, wenn zu demographischem Wandel, Integration, Finanzmärkten, Arbeit, Bildung, Migration oder Demokratie geforscht wird. KonsortSWD wird hierfür die Infrastruktur schaffen.

Alte und neue Datenwelten verknüpfen

Einer der Co-Sprecher des Konsortiums ist UDE-Professor Andreas Blätte. Er entwickelt seit mehreren Jahren Analyseverfahren für Textdokumente im „Big Data“-Maßstab. Sein Schwerpunkt ist hierbei die Migrations- und Integrationspolitik . „Bislang stößt man jedoch an Grenzen, wenn man die neuen Textdaten mit amtlichen Statistiken und den mittlerweile konventionellen Umfragedaten verknüpft.  Das wollen wir ändern, damit neue Erkenntnisse möglich sind“, sagt Blätte.

„Mein  Team und ich entwerfen im Konsortium entsprechende Methoden, so dass alte und neue Datenwelten systematisch miteinander verbunden sind.“ Der Politikwissenschaftler betont: „Wir arbeiten an einer datenreichen Zukunft für die Forschung über unsere Demokratie. Alle Entwicklungen werden daher als freie Software verfügbar sein – für jeden.“

Die UDE wirkt an weiteren Projekten zur Nationalen Forschungsdaten-Infrastruktur mit. Die Physik, die Germanistik, die Ingenieur- sowie die Wirtschaftswissenschaften bringen sich verschiedentlich ein. An der Uni-Bibliothek ist zudem die Landesinitiative Forschungsdatenmanagement (fdm.nrw) angesiedelt. Diese bündelt die NRW-weiten Aktivitäten und ist Schnittstelle zur NFDI.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Andreas Blätte, Politikwissenschaft, Tel. 0203/37 9-2286, andreas.blaette@uni-due.de

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/37 9-2429, ulrike.bohnsack@uni-due.de

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