Weltweit vernetzt
Humboldt-Stipendiat:innen an der UDE
- von Dr. Alexandra Nießen
- 03.06.2026
Von der Krebsforschung über die Sicherheit von Hochgeschwindigkeitsbahnen bis zur Analyse geschlechtsspezifischer Gewalt in der Literatur: Internationale Wissenschaftler:innen forschen mit Unterstützung der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Gäste aus Europa, Asien, Afrika sowie Nord- und Südamerika stehen für die fachliche Breite und internationale Vernetzung der UDE.
Prof. Dr. Göksel Alçin (Clinic Of Nuclear Medicine, Istanbul Training and Research Hospital, Türkei) entwickelt am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) neue Radioliganden für die Krebsbehandlung. Diese Substanzen sind minimal radioaktiv, heften sich an Krebszellen und verpassen ihnen eine kleine radioaktive „Markierung“. Die Strahlung macht den Tumor auf nuklearmedizinischen Bildern sichtbar, zugleich kann die abgegebene Strahlung Krebszellen schädigen. Alçin forscht mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Forschende bis Ende Juli 2027 in der Klinik für Nuklearmedizin bei Prof. Dr. Wolfgang Fendler.
Prof. Dr. Kiên Bùi Trọng (Vietnam Academy of Science and Technology, Vietnam) untersucht an der Fakultät für Mathematik der Universität Duisburg-Essen (UDE) bei Prof. Dr. Arnd Rösch, wie sich komplexe physikalische Prozesse optimal steuern lassen. „Wir modellieren das physikalische Problem als mathematische Gleichung und lösen sie anschließend mit effizienten numerischen Verfahren am Computer“, erklärt Bùi Trọng. Es dreht sich beispielsweise um Methoden, mit denen sich die Ausbreitung von Wärme optimal steuern lässt. Die Humboldt-Stiftung fördert seine Forschung an der UDE seit 2013 mit Unterbrechungen bis Ende Mai 2026 durch ein Forschungsstipendium für erfahrene Forschende.
Dr. Jade Fauqueux (Université de Lille, Frankreich) möchte am Institut für Humangenetik des UK Essen herausfinden, welche versteckten Genveränderungen neurologische Erkrankungen und Störungen in der Entwicklung von Gehirn und Nerven in der Kindheit verursachen. Beispiele sind etwa Epilepsie oder Ataxien. Gastgeberin in Essen ist Prof. Dr. Christel Depienne. Dr. Fauqueux erhält bis zum 31. Januar 2028 ein Forschungsstipendium für Postdocs der Humboldt-Stiftung.
Prof. Dr.-Ing. Yao Shan (Tongji University, China) untersucht in der Geotechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften den Untergrund von Eisenbahnen. Sein Ziel ist es, das Tragverhalten des pfahlgestützten Unterbaus von Hochgeschwindigkeitsbahnen, das durch den Tunnelbau beeinträchtigt wird, theoretisch zu modellieren. Er ist zu Gast bei Prof. Dr. Bettina Detmann; die beiden arbeiten seit 2009 regelmäßig zusammen. Die Humboldt-Stiftung fördert seine Arbeit durch ein Forschungsstipendium für erfahrene Forschende bis Ende August 2026 sowie vom 1. Februar 2027 bis zum 30. April 2027.
Details seiner Forschung erfahren Interessierte in seinem englischsprachigen Vortrag „Modeling of dynamic issues of high-speed railway subgrade“. Er referiert am Montag, 22. Juni, 16 Uhr im Seminar Numerische Mathematik und Mechanik. Campus Essen, V15 R04 H25, Universitätsstraße 2.
Prof. Dr. Qing Zhao (University of Alberta, Kanada) ist über das Humboldt-Programm Alumniförderung/erneuter Deutschlandaufenthalt für einen Kurzaufenthalt an der UDE. Sie erforscht Methoden zur Regelung und Überwachung von Data‑Center‑Netzwerken, um Rechenzentren sicherer und energieeffizienter zu machen. Sie ist zu Gast an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften im Fachgebiet „Automatisierungstechnik und komplexe Systeme“ bei Prof. Dr. Ping Zhang.
Redaktion: Dr. Alexandra Nießen, Tel. 0203/37-91487, alexandra.niessen@uni-due.de