Digitale Lernplattform für Schulen
Umgang mit Antisemitismus und Holocaust-Verzerrung in sozialen Medien
- 26.06.2026
Junge Menschen darin zu stärken, Antisemitismus und Holocaust-Verzerrung in sozialen Medien zu erkennen, zu dekonstruieren und ihnen wirksam entgegenzutreten: Das ist das Ziel der digitalen Lernplattform ShoutOut. Die Universität Duisburg-Essen hat heute mit Unterstützung der Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) dieses innovative Bildungsangebot veröffentlicht. Es richtet sich an Lehrkräfte weiterführender Schulformen und ist auf Deutsch und Englisch verfügbar.
Insbesondere seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und der darauffolgenden Zuspitzung des Nahostkonflikts begegnen viele junge Menschen online vermehrt Hassrede und Holocaust-Verzerrung. Um Jugendliche im Umgang mit Antisemitismus zu stärken und Lehrkräfte dabei zu unterstützen, haben Wissenschaftlerinnen der Universität Duisburg-Essen das digitale Bildungsangebot ShoutOut in Zusammenarbeit mit der Kreativagentur Gusmanson und der Illustratorin Iris van Hassel entwickelt und der Öffentlichkeit heute, am 26. Juni 2026 präsentiert. Die Vorstellung des Projekts bei der Claims Conference in Berlin wurde begleitet von Dr. Felix Klein, dem Beauftragten der Bundesregierung für Jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, sowie von Katharina von Schnurbein, Koordinatorin der Europäischen Kommission für die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung jüdischen Lebens.
Im Mittelpunkt des Angebots steht ein etwa 15-minütiges Online-Spiel, das die Teilnehmenden in eine realitätsnahe Social-Media-Umgebung versetzt. Dort begegnen sie antisemitischen und Holocaust-verzerrenden Inhalten in derselben Form, wie sie auch in sozialen Netzwerken verbreitet werden. Die Spieler:innen schlüpfen in die Rolle von Trainees einer Widerstandsbewegung und analysieren Beiträge, Kommentare und digitale Kommunikationsmuster, um antisemitische Inhalte zu identifizieren und ihre Verbreitungsmechanismen zu verstehen. ShoutOut steht in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und kann von Schulen in Deutschland und international kostenfrei genutzt werden. ShoutOut ist in eine umfassende Lernumgebung für den Unterricht eingebettet. Begleitende Unterrichtseinheiten und Bildungsmaterialien unterstützen Lehrkräfte dabei, Gespräche über Antisemitismus, digitale Kommunikation und Online-Verhalten anzuregen. Über einen virtuellen Classroom Screen können Spielerfahrungen gemeinsam ausgewertet und diskutiert werden.
Dr‘in Monika Hübscher, Dr‘in Sophie Schmalenberger und Prof’in Dr. Nicolle Pfaff haben das Spiel und eine dazugehörige Lehreinheit im Forschungs- und Bildungsprojekt „Social Media Literacy Against Antisemitism“ an der Universität Duisburg-Essen entwickelt. Monika Hübscher sagt hierzu: „Für Lehrkräfte schaffen das Spiel und seine Lernumgebung einen verlässlichen, inhaltlich und didaktisch durchdachten Rahmen, um mit Jugendlichen über Antisemitismus in sozialen Medien ins Gespräch zu kommen. Die Schule kann damit ihren politischen Bildungsauftrag und ihre Funktion als eine politische Öffentlichkeit besser erfüllen.“
Die Claims Conference unterstützte die Entwicklung des Projekts. Sie ist eine gemeinnützige Organisation mit Büros in New York, Israel, Deutschland und Österreich, die sich seit 1951 weltweit für materielle Entschädigungen für Shoah-Überlebende einsetzt.
Rüdiger Mahlo, Repräsentant der Claims Conference in Europa sagt: „Antisemitismus und Holocaust-Verzerrung verbreiten sich heute viral über soziale Medien. Wer junge Menschen dagegen wappnen will, muss ihnen mehr vermitteln als Fakten: Sie brauchen die Fähigkeit, Manipulation, Desinformation und Hass zu erkennen und zu entlarven. Dieses innovative Lernangebot mit dem Online-Spiel ShoutOut leistet genau das. Die Claims Conference hat seine Entwicklung unterstützt, weil es kritisches Denken schärft, digitale Resilienz stärkt und demokratische Werte vermittelt.“
Im Bild: Screenshot aus dem Spiel ShoutOut.
Weitere Informationen:
https://www.uni-due.de/biwi/migrations-ungleichheitsforschung/somelaa/index.php
www.claimscon.org
Pressekontakte:
Astrid Bergmeister, Pressesprecherin der Universität Duisburg-Essen
Mail: astrid.bergmeister@uni-due.de
Dr. Monika Hübscher – Projekt Social Media Literacy against Antisemitism,
Mail: monika.hübscher@uni-due.de
Dr. Ruth Kinet, Manager Press & Public Relations Claims Conference
Mail: Ruth.Kinet@claimscon.org
Cornelia Levi, Communications Claims Conference
Mail: Cornelia.Levi@claimscon.org