Konferenz UMWELT 2026 an der UDE
Umwelt unter Stress
- von Juliana Fischer
- 31.08.2026
PFAS im Wasser, Pestizide auf dem Acker, Mikroplastik im Meer: Wie wirken Schadstoffe auf Menschen und Ökosysteme – besonders wenn mehrere Belastungen zusammenkommen? Darüber diskutieren vom 2. bis 4. September rund 220 Fachleute bei der UMWELT 2026 an der Universität Duisburg-Essen. Die gemeinsame Jahrestagung der Fachgesellschaft SETAC GLB und der GDCh-Fachgruppe Umweltchemie und Ökotoxikologie widmet sich aktuellen Herausforderungen der Umweltforschung.
Zwischen Krise und Wandel: Schadstoffe, Gesundheit und Ökosysteme im Anthropozän lautet das Motto. In zehn Sessions geht es um PFAS – besonders langlebige Chemikalien – und Pestizide, um Mikroplastik, belastete Böden und Arzneimittelrückstände im Wasserkreislauf. Auch moderne Analyseverfahren, Computermodelle, Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen spielen eine Rolle: Sie können helfen, Belastungen aufzuspüren und ihre Folgen besser abzuschätzen.
„Schadstoffe wirken nicht im luftleeren Raum. Sie treten zusammen mit veränderten Lebensräumen, Klimawandel und andere Belastungen auf. Entscheidend ist deshalb, diese Faktoren zusammenzudenken und ihre Folgen für Ökosysteme und unsere Gesundheit zu verstehen“, sagt Ralf Schäfer, Professor für Ökotoxikologie an der UDE. „Den Austausch darüber benötigen wir, wenn wir komplexe Umweltprobleme verstehen und Lösungen entwickeln wollen.“
Die beiden Plenarvorträge schlagen den Bogen von der Forschung zur Anwendung: Prof. Dr. Beate Escher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zeigt, wie Schadstoffgemische auf Organismen wirken. Hon.-Prof. Dr. Jochen Türk vom Kooperationslabor von Ruhrverband, Emschergenossenschaft und Lippeverband richtet den Blick aufs Wasser: Wie lassen sich Spurenstoffe aufspüren – und was folgt daraus für die Wasserwirtschaft?
Schon vor dem offiziellen Tagungsbeginn gehört die Bühne dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Beim Jungen Umweltforum am 2. September stellen Studierende und Doktorand:innen ihre Master- und Promotionsprojekte vor. „Meet the Experts“ bietet zudem Einblicke in unterschiedliche Berufswege in der Umweltforschung.
Auch das Rahmenprogramm macht Wissenschaft vor Ort erlebbar: Führungen geben Einblicke in die UDE-Algensammlung mit rund 7.500 Mikroalgen-Stämmen und in die Genomics Core Facility, wo ein Laborroboter DNA-Proben für die Umweltforschung verarbeitet. Weitere Stationen sind der Biodiversitätslehrpfad auf dem Campus und die Kläranlage Bottrop, eine der größten Deutschlands.
Die UMWELT findet 2026 zum 30. Mal statt. Seit 1996 bringt sie Wissenschaft, Behörden und Industrie zusammen. Mitorganisiert wird die Tagung vom Zentrum für Wasser- und Umweltforschung (ZWU) der UDE am Campus Essen.
Weitere Informationen und Programm:
https://www.uni-due.de/zwu/umwelt2026
Prof. Dr. Ralf B. Schäfer, Professor for Ecotoxicology Research Center One Health Ruhr, University Alliance Ruhr & Fakultät für Biologie, Universität Duisburg-Essen, Tel. 0201/18 3-3962, ralf.schaefer@uni-due.de
Im Bild: In der Genomics Core Facility der UDE werden im Laborroboter DNA-Proben für die Umweltforschung vorbereitet.