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Internationale Forschende

Humboldt-Stipendiat:innen an der UDE

  • von Dr. Alexandra Nießen
  • 23.09.2026

Sie beschäftigen sich unter anderem mit hochriskanten Bakterien, Verschwörungstheorien, aggressiven Tumoren oder Mikroorganismen im Grundwasser: Zehn internationale Wissenschaftler:innen forschen derzeit mit Unterstützung der Alexander von-Humboldt-Stiftung an der Universität Duisburg-Essen. Die Gäste aus Afrika, Asien, Europa und Süddamerika stehen für die fachliche Breite und internationale Vernetzung der UDE.

Ein Forschungsstipendium für erfahrene Forschende bekommen drei Personen:

  • Der Sozialwissenschaftler Dr. Bojan Baća (University of Montenegro, Montenegro) untersucht am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI), wie viel Sinn aktuelle Verschwörungstheorien in politischen und historischen Debatten stiften und wie sie in Influencer-Kulturen und der Podcast-Szene verbreitet werden. Der 41-Jährige forscht bis 2028 für 18 Monate am KWI. Sein Gastgeber ist Dr. Stefan Höhne.
  • Prof. Dr. Pablo Venegas (Universidad del Bío-Bío, Chile) widmet sich an der Fakultät für Mathematik dem thermo-elektromagnetischen Phänomen. Dabei erzeugen elektromagnetische Felder Wärme, die wiederum die elektromagnetischen Eigenschaften von Material beeinflusst. Venegas möchte das Problem mathematisch neu formulieren, um Lösungsverfahren in einem breiteren Spektrum anwenden zu können. Da er mit der Universidad de Santiago de Compostela (Spanien) und der Universidad Nacional de Colombia (Kolumbien) bereits Vorarbeiten erzielt hat, plant er, erneut zu kooperieren und mathematische Expertise aus den drei Ländern zu bündeln. An der UDE forscht der Humboldt-Stipendiat bei Prof. Dr. Irwin Yousept jeweils von August bis Januar in den Jahren 2026/2027, 2027/2028 und 2028/2029.
  • Der Biogeochemiker Prof. Dr. Wei Xiu (China University of Geosciences, China) erforscht im Research Center ‚One Health‘ der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), welche Mikroorganismen weltweit wie im Grundwasser leben. Dazu gehören etwa Bakterien, Archaeen und auch Pilze; sie sind oft am Abbau von Schadstoffen beteiligt sowie am Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf. Gastgeber in der UA Ruhr / UDE-Chemie bis Dezember 2027 ist Prof. Dr. Alexander Probst.

Ein Forschungsstipendium für Postdocs erhalten aktuell fünf Wissenschaftler:innen an der UDE:

  • Der Chemiker Dr. Wei Chen (National University of Singapore, Singapur) untersucht, wie automatisierte vernetzte Energiesysteme zuverlässig gesteuert und überwacht werden können – auch wenn Messungen oder Verbindungen in der technischen Kommunikation fehlerhaft oder unvollständig sind. Der 33-Jährige forscht bis Mai 2028 in den Ingenieurwissenschaften bei Prof. Dr. Steven X. Ding.
  • Dr. Muhammad Shalahuddin Al Ja’farawy (Korea Institute of Materials Science, Südkorea) hat sich zum Ziel gesetzt, hochriskante, Sepsis verursachende pathogene Bakterien schnell nachweisen zu können. Der Physiker entwickelt ‚Point-of-Care-Sensoren‘, die wie ein molekularer Erkennungsfühler auf bestimmte Eigenschaften der Bakterien reagieren. Verändern sich messbare Molekülschwingungen, erkennt der Sensor das und kann Hinweise auf das Vorhandensein eines bestimmten Erregers geben. Gastgeber in der Chemie ist bis 2028 Prof. Dr. Sebastian Schlücker.
  • Dr. Quan Shi untersucht am Universitätsklinikum Essen, wie aggressive Hirntumoren Therapien überstehen und erneut wachsen können. Der Biomediziner forscht bis Juni 2028 in der Emmy Noether-Arbeitsgruppe ‚Computational Oncology‘ von Dr. Dr. Emre Kocakavuk.
  • Dr. Won Ki Son (Seoul National University, Südkorea) markiert mit sogenannten Schwingungssonden Bewegungen in Proteinen. Die Atome in ihnen sind nicht völlig unbeweglich, die chemischen Bindungen zwischen ihnen können ähnlich wie kleine Federn schwingen. Der Humboldt-Stipendiat bestrahlt das Protein mit Licht und untersucht, welche Lichtanteile aufgenommen oder verändert werden. Er ist bis Ende Mai 2027 zu Gast in der Physikalischen Chemie bei Prof. Dr. Sebastian Schlücker.
  • Dr. Di Zhao (University of Shanghai for Science and Technology, China) entwickelt in den Ingenieurwissenschaften mathematische Verfahren, mit denen Computer aus vorhandenen Daten abschätzen können, was sich in Maschinen abspielt. Sie möchte sie zuverlässiger, sicherer und autonomer machen. Die Stipendiatin forscht bis April 2028 bei Professor Dr. Steven X. Ding im Fachgebiet ‚Automatisierungstechnik und komplexe Systeme‘.

Mit einem CAPES-Humboldt-Forschungsstipendium für Postdocs aus Brasilien forscht Dr. Gabriel Salvi-Philipson (Pontifícia Universidade Católica de São Paulo) für zwei Jahre am Institut für Romanische Sprache und Literaturen der UDE. Gastgeberin ist Prof. Dr. Susanne Zepp-Zwirner. Salvi-Philipson promovierte an der Universidade Estadual de Campinas (São Paulo, Brasilien) über den Medienphilosophen Vilém Flusser. Aktuell untersucht er an Filmen indigener Frauen, wie sie sich Bildmedien und visuelle Technologien aneignen, die während der Kolonisation eingesetzt wurden, und eigene, dekoloniale Konzepte von Technik und Film entwickeln.

Ein Georg Forster-Forschungsstipendium für Postdocs vergibt die Humboldt-Stiftung an Dr. Larry Okechukwu Awo (Federal Polytechnic of Oil and Gas, Bonny, Nigeria). Er untersucht bis Juni 2028 den Einfluss von problematischem Glücksspiel auf die mentale Gesundheit. Er vergleicht dabei Prävention, Behandlung und öffentliche Wahrnehmung der Glücksspielstörung in Deutschland und Nigeria. Sein Gastprofessor an der UDE-Fakultät für Informatik ist Prof. Dr. Matthias Brand.

Redaktion: Dr. Alexandra Nießen, Tel. 0203/37-91487, alexandra.niessen@uni-due.de

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