Projektstart DAISY
KI in Unternehmen sicher nutzen
- von MD (RUB) JF
- 29.09.2026
Viele Unternehmen nutzen externe KI-Dienste – auch für Aufgaben mit sensiblen Daten. Das Projekt DAISY entwickelt Ansätze, um Datenschutzrisiken zu verringern und Beschäftigte beim sicheren Umgang mit KI zu unterstützen. Das Bundesforschungsministerium fördert den Verbund mit 1,29 Millionen Euro.
E-Mails formulieren, Verträge zusammenfassen oder Besprechungen protokollieren: KI-Dienste können viele Aufgaben im Arbeitsalltag erleichtern. Dabei werden jedoch häufig interne Unterlagen sowie Kunden- oder Personaldaten verarbeitet. Was mit diesen Informationen geschieht, sobald sie an externe Dienste übermittelt werden, lässt sich für Unternehmen nicht immer vollständig nachvollziehen.
Hier setzt das Verbundprojekt DAISY an. Forschende der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen und der Universität Witten/Herdecke untersuchen gemeinsam mit der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Bochum, wie Unternehmen KI sicher und verantwortungsvoll einsetzen können. Sie analysieren konkrete Anwendungsfälle, entwickeln technische Schutzmechanismen und untersuchen organisations- und individualpsychologische Fragen. Die Ergebnisse sollen öffentlich zur Verfügung gestellt werden.
Die Ruhr-Universität Bochum koordiniert das Projekt. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert DAISY ab September 2026 für drei Jahre mit 1,29 Millionen Euro im Rahmen der Förderlinie „Plattform Privatheit“.
Im Spannungsfeld zwischen Effizienz und Datenschutz
„In vielen Unternehmen schlummern wertvolle Daten, die bislang kaum jemand systematisch nutzen konnte. Künstliche Intelligenz ändert das gerade grundlegend“, sagt Projektkoordinator Dr. Steffen Becker vom Research Center Trustworthy Data Science and Security an der Ruhr-Universität Bochum. KI-Anwendungen erleichtern viele Aufgaben im Arbeitsalltag – greifen dabei aber häufig auf interne Unterlagen, Kunden- oder Personaldaten zu. „Wir stehen also immer im Spannungsfeld zwischen der Effizienzsteigerung durch die KI und dem Schutz sensibler Daten“, so Steffen Becker. Das Forschungsteam untersucht zunächst, wie KI-Dienste in Unternehmen genutzt werden und welche Datenschutzrisiken dabei entstehen. Darauf aufbauend entwickelt es technische Lösungen, die sensible Informationen erkennen, bevor sie das Unternehmen verlassen, und Nutzende warnen oder die Übermittlung blockieren.
Das richtige Maß an Vertrauen und Skepsis
Die Forschenden der Universität Duisburg-Essen konzentrieren sich auf die Beschäftigten. „Entscheidend ist, dass Menschen KI weder blind vertrauen noch ihre Möglichkeiten unterschätzen“, sagt Dr. Magdalena Wischnewski. „Wir untersuchen deshalb, welche Vorstellungen Beschäftigte davon haben, wie KI funktioniert, wo Fehlannahmen entstehen und wie sich ein angemessenes Vertrauen fördern lässt“, fügt Dr. Greta Ontrup hinzu. Beide Forscherinnen leiten Nachwuchsgruppen am Research Center Trustworthy Data Science and Security der Universität Duisburg-Essen.
Die Forschenden der Universität Witten/Herdecke nehmen die KI-bezogenen Prozesse in den Unternehmen aus organisationspsychologischer Perspektive in den Blick. Sie untersuchen etwa, wie Geschäftsführungen über den Einsatz von KI entscheiden und welche Haltung Betriebsräte dazu einnehmen.
Über das RC Trust
Das Research Center Trustworthy Data Science and Security (RC Trust) erforscht, wie vertrauenswürdige intelligente Systeme für sicherheitskritische Anwendungen gestaltet werden können. Der menschenzentrierte Ansatz verbindet vier Forschungsschwerpunkte: vertrauenswürdige Datenanalyse, erklärbares Maschinelles Lernen, Cybersicherheit und Datenkontrolle. Ziel ist es, sichere und nachvollziehbare Technologien zu entwickeln und Menschen dabei zu unterstützen, ihre Möglichkeiten und Grenzen zu verstehen.
Das RC Trust wird gemeinsam von Ruhr-Universität Bochum, TU Dortmund und Universität Duisburg-Essen in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) getragen. Es ist Teil der aus der Ruhr-Konferenz hervorgegangenen Research Alliance Ruhr, die das Land Nordrhein-Westfalen seit 2025 dauerhaft fördert.
Weitere Informationen
Im Bild: Das Projektteam freut sich auf die ruhrgebietsweite Zusammenarbeit: von links Dr. Steffen Becker (RUB), Gregor Mähler (WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Bochum mbH), Dr. Greta Ontrup (UDE), Dr. Alina Tausch (Uni Witten-Herdecke), Dr. Magdalena Wischnewski (UDE).
Dr. Magdalena Wischnewski
Research Center Trustworthy Data Science and Security (RC Trust)
Universität Duisburg-Essen
E-Mail: magdalena.wischnewski@uni-due.de
Dr. Greta Ontrup
Research Center Trustworthy Data Science and Security (RC Trust)
Universität Duisburg-Essen
E-Mail: greta.ontrup@uni-due.de
Zur Projektbeschreibung beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: https://www.forschung-it-sicherheit-kommunikationssysteme.de/projekte/daisy