Portrait Stephane Kenmoe
© UDE/Florian Trauten

American Physical Society ehrt UDE-Physiker

Stéphane Kenmoe zum APS-Fellow gewählt

Vom Verhalten von Wassermolekülen an Materialoberflächen bis zu Geschichten auf der Kinoleinwand: PD Dr. Stéphane Kenmoe verbindet Forschung und Wissenschaftskommunikation. Nun hat die American Physical Society (APS) den Physiker der Universität Duisburg-Essen zum Fellow gewählt. Sie würdigt damit seine Beiträge zur computergestützten Materialforschung und sein weltweites Engagement für die Vermittlung von Physik.

Die APS zeichnet Kenmoe für seine computergestützte Erforschung von Materialoberflächen und katalytischen Prozessen aus, etwa für die Wasserstoffgewinnung und die Herstellung umweltfreundlicherer Kraftstoffe. Auch sein weltweites Engagement für Physikvermittlung und Wissenschaftskommunikation wird gewürdigt. Die Wahl zum Fellow ist eine besondere Anerkennung durch die Fachcommunity. Jährlich können höchstens 0,5 Prozent der APS-Mitglieder – Studierende ausgenommen – neu zu Fellows gewählt werden.

Wie lassen sich Katalysatoren verbessern, damit chemische Reaktionen effizienter ablaufen? Mit Fragen wie dieser beschäftigt sich Stéphane Kenmoe. Katalysatoren beschleunigen chemische Reaktionen, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Ein Beispiel ist die Wasserspaltung zur Herstellung von Wasserstoff. Dabei spielt auch eine Rolle, wie Wassermoleküle mit der Oberfläche des Katalysators wechselwirken. Kenmoe untersucht solche Vorgänge mit Computersimulationen bis auf die Ebene einzelner Atome. Seine Erkenntnisse könnten helfen, leistungsfähigere Katalysatoren zu entwickeln.

„Ich freue mich, dass meine Fachkolleg:innen meine Arbeit würdigen. Gemeinsam mit vielen anderen weltweit möchte ich dazu beitragen, Wissen als gemeinsames Erbe der Menschheit zu bewahren“, sagt Kenmoe.

An der Fakultät für Chemie der Universität Duisburg-Essen leitet Kenmoe die Arbeitsgruppe Condensed Matter Chemistry and Physics. Dort untersucht er unter anderem Metalloxide, die teure Katalysatormaterialien ersetzen könnten. Sein Team forscht zudem im DFG-geförderten Sonderforschungsbereich/Transregio 247 zu Oxidationsreaktionen in Flüssigkeiten.

Für Kenmoe gehören Forschung und Wissenschaftskommunikation zusammen. „Diese Auszeichnung zeigt auch, wie wertvoll es ist, Forscher und Wissenschaftskommunikator zugleich zu sein. Und wie wichtig Einrichtungen sind, die beide Rollen anerkennen und fördern.“

Kenmoe setzt sich dafür ein, wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden weltweit zugänglich zu machen. Dafür gründete der gebürtige Kameruner 2018 das Fortbildungsprogramm CASESMA. Es vermittelt Nachwuchswissenschaftler:innen  aus afrikanischen Ländern Methoden der computergestützten Physik und Chemie und bringt sie mit internationalen Fachleuten zusammen. Mehr als 400 junge Forschende haben bereits daran teilgenommen.

Auch mit Filmen möchte Kenmoe Menschen für Wissenschaft begeistern. So schrieb er am Drehbuch des Spielfilms Seeds of Science mit und war an dessen Produktion beteiligt. Der Film erzählt von einem Mädchen in Subsahara-Afrika, das seine Begeisterung für die Wissenschaft entdeckt, aber um den Zugang zu Bildung kämpfen muss.

Weitere Informationen

Über das APS-Fellowship:https://www.aps.org/funding-recognition/aps-fellowship/fip-fellowship 

PD Dr. Stéphane Kenmoe, Fakultät für Chemie der Universität Duisburg-Essen, Tel.  0201 183 2497, stephane.kenmoe@uni-due.de 

 

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