Abdullah Osman Gwela (l.) und Abdulmohaimen Algamoudi. Das kleine Bild zeigt den Protoypen.
© VitaMetis, mithilfe von KI

UDE-Studenten tüfteln an neuartigem Biosensor

Den Stoffwechsel im Blick – ganz ohne Blutabnahme

Blut abnehmen, ins Labor schicken, auf Ergebnisse warten: Wer wissen will, wie es um seinen Stoffwechsel steht, braucht häufig aufwendige Untersuchungen. Zwei Masterstudenten der Universität Duisburg-Essen wollen das ändern: Mit ihrem Projekt VitaMetis entwickeln sie ein tragbares Sensorsystem, das künftig mehrere Stoffwechselwerte kontinuierlich und ohne Eingriff in den Körper erfassen soll. Mit dieser Idee haben sich Abdulmohaimen Algamoudi und Abdullah Osman Gwela für den bundesweiten COSIMA-Wettbewerb qualifiziert. Am 12. und 13. November stellen sie ihr Projekt auf der Elektronikmesse electronica in München vor.

Harnstoff, Vitamine oder sogar Hormone: Solche Stoffwechselwerte sollen sich eines Tages genauso einfach beobachten lassen wie heute schon Puls oder Bewegung mit einer Smartwatch. Daran arbeiten Abdulmohaimen Algamoudi (27) und Abdullah Osman Gwela (28) von der Universität Duisburg-Essen (UDE), die im Master Elektrotechnik studieren. ‚Wenn der Körper spricht und die Technologie zuhört‘ – dieser Gedanke steckt hinter ihrem Projekt VitaMetis, an dem sie seit über einem Jahr tüfteln. In München werden sie nun einen funktionsfähigen Demonstrator vorstellen.

So soll VitaMetis funktionieren: Ein kleiner Sensor-Patch auf der Haut misst kontinuierlich verschiedene Stoffwechselwerte. Dafür nutzt er ein optisches Verfahren, das bestimmte Substanzen im Schweiß erkennt und ihre Konzentration bestimmt. Möglich macht das eine Sensortechnologie mit winzigen Kohlenstoffröhrchen, sogenannten Carbon Nanotubes (CNTs), die am Duisburger Fraunhofer IMS zur Anwendungsreife gebracht wurde. Mit einer Art Handscanner lassen sich die Daten dann aus dem Patch auslesen – ganz ohne Blutabnahme oder sonstigen Eingriff in den Körper.

Bis zur Marktreife ist es noch ein weiter Weg. Doch die beiden Studenten haben ein klares Ziel: „Wir möchten eine Technologie entwickeln, die möglichst vielen Menschen zugutekommt. Das können gesunde Menschen, Sportler:innen, Schwangere, aber auch Nierenpatient:innen sein“; erklärt Abdulmohaimen Algamoudi. „In Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung wie Libyen, wo wir herkommen, wäre ein tragbares Sensorsystem wie VitaMetis ein Segen“, ergänzt Abdullah Osman Gwela.

Für die Umsetzung konnten die Studenten bereits Sponsoren gewinnen. Auch von der Universität und ihrem Betreuer Prof. Dr. Karsten Seidl aus dem Fachgebiet Elektronische Bauelemente und Schaltungen erhalten sie Unterstützung. Und das Ziel für München steht fest: „Wir fahren nach München“, betont Algamoudi, „um COSIMA zu gewinnen!“

COSIMA als Sprungbrett
Der vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) ausgerichtete COSIMA-Wettbewerb richtet sich an studentische Teams, die innovative Anwendungen der Mikrosystemtechnik entwickeln. Den drei bestplatzierten Teams winkt u.a. die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb.
 

Weitere Informationen:
https://www.vitametis.com/
Abdulmohaimen Algamoudi, abdulmohaimen.algamoudi@stud.uni-due.de
Abdullah Osman Gwela, abdullah.osmangwela@stud.uni-due.de
 

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