Tagung Writing Talks
Wenn beim Schreiben die KI mitredet
- 02.11.2026
Schreiben lernt man nicht nur durch Schreiben, sondern auch durch Reden. Was passiert, wenn Schüler:innen gemeinsam an einem Text arbeiten? Wie helfen Gespräche mit Lehrkräften dabei, eigene Ideen zu entwickeln? Und was verändert sich, wenn ein KI-Chatbot mitschreibt? Darüber diskutieren Forschende aus Deutschland, der Schweiz und Australien am 6. und 7. November an der UDE. Die Arbeitstagung „Writing Talks“ wird von Prof. Dr. Miriam Morek und Dr. Valerie Lemke aus der Germanistischen Sprachdidaktik organisiert.
Ein Text entsteht selten auf Anhieb. Ideen werden gesammelt, Formulierungen verworfen, Sätze überarbeitet. Besonders spannend wird es, wenn mehrere Menschen daran beteiligt sind – oder eine Künstliche Intelligenz (KI). Welche Rolle solche Gespräche und Abstimmungen für das Lernen spielen, untersuchen die Wissenschaftler:innen auf der Tagung im Glaspavillon am Campus Essen.
Ein Schwerpunkt ist das Schreiben mit KI. „Wir stellen unter anderem eine Untersuchung vor, in der zwei Achtklässlerinnen gemeinsam mit ChatGPT einen Text verfassen“, sagt UDE-Professorin Miriam Morek. „Wie gehen sie mit den Vorschlägen der KI um? Welche Formulierungen übernehmen sie, welche verändern sie? Und wie gelingt es ihnen, einen eigenen Schreibstil zu bewahren? Das haben wir anhand von Videoaufnahmen und Chatverläufen analysiert.“
Dass Kinder KI-Vorschläge keineswegs immer kritiklos übernehmen, zeigt auch eine Untersuchung aus der Schweiz. Dort schrieben Fünft- und Sechstklässler gemeinsam Hörspielszenen und ließen sich von einer KI Rückmeldungen geben. Während einige Gruppen die Vorschläge ungeprüft übernahmen, lehnten andere sie nach gemeinsamer Diskussion begründet ab.
Doch auch ohne KI steckt im gemeinsamen Schreiben viel Lernpotenzial. Weitere Vorträge beschäftigen sich damit, wie Schüler:innen miteinander über Texte und Rechtschreibung sprechen, wie Lehrkräfte Schreibstrategien vermitteln und wie Gespräche helfen können, Gedanken zu entwickeln und Texte zu verbessern.
Weitere Informationen:
Prof Dr. Miriam Morek, Germanistischen Sprachdidaktik, miriam.morek@uni-due.de