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Altbundespräsident Joachim Gauck

Zweiter Mercator-Professurvortrag

von Beate Kostka | 20.11.2018 | Termine|Zur Person|Presseinfo

Auch der zweite Vortrag von Altbundespräsident Joachim Gauck als Mercator-Professor der UDE am 27. November ist restlos ausgebucht. Wer keine Karte hat, aber die Vorlesung über "Der Staat der Bürger in Zeiten neuer Verunsicherungen" am Bildschirm live mitverfolgen möchte, sollte um 18 Uhr den Youtube-Kanal der UDE aufrufen unter https://www.youtube.com/UDEchannel.

Die Dokumentation des ersten Vortags („Der Staat der Bürger – wie wir wurden, was wir sind“) ist unter https://www.uni-due.de/de/mercatorprofessur abrufbar. Rektor Ulrich Radtke: „Die große Nachfrage auf die beiden Vorträge bestätigt uns, dass wir in Joachim Gauck eine Idealbesetzung für die Mercator-Professur gefunden haben. Mit geschliffenen Worten und großer Überzeugungskraft setzt er sich für gelebte Demokratie und Freiheit ein. Mit ihm erfüllt sich erneut die Grundidee der Mercator-Professur: Weltoffenheit und debattenanregende Beiträge zu wichtigen Zeitfragen.“

Zur Person:

Joachim Gauck (78) ist gebürtiger Rostocker. Nach dem Theologiestudium war er von 1965 bis 1990 für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs tätig, viele Jahre davon als Pastor. Schon als Jugendlicher geriet er in Opposition zur DDR-Diktatur. 1989 war er einer der Gründer der Bürgerbewegung Neues Forum und leitete die wöchentlichen Friedensgebete, aus denen die Protestdemonstrationen hervorgingen.

Im März 1990 zog Gauck als Abgeordneter in die erstmals frei gewählte Volkskammer ein und wurde Vorsitzender des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit. Im Oktober 1990 wurde er zum Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Stasi-Unterlagen berufen und leitete von 1991 bis 2000 die entsprechende Behörde.

Anschließend engagierte er sich in verschiedenen Funktionen u.a. für Demokratie sowie gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Am 18. März 2012 wurde er mit großer Mehrheit zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. In dieser Zeit ermutigte er die in Deutschland lebenden Menschen – Einheimische ebenso wie Eingewanderte –, ihr Leben aktiv als Bürger zu gestalten und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Für sein Wirken wurde er mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, darunter der Theodor-Heuss-Medaille, dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Europäischen Menschenrechtspreis und dem Ludwig-Börne-Preis. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Rostock, Jena, Augsburg, der National University of Ireland/Galway, der Hebrew University of Jerusalem, der Université Paris-Sorbonne sowie der Maastricht University.

Hintergrund: Die Mercator-Professur

Mit der 1997 eingerichteten Mercator-Professur soll das wissenschaftliche Vermächtnis des berühmten Duisburger Kartographen und Universalgelehrten aus dem 16. Jahrhundert wachgehalten werden. Die Persönlichkeiten, die bisher eine Mercator-Professur innehatten, kommen aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Zu ihnen gehören unter anderen: Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker, Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, die Filmregisseure Völker Schlöndorff und Margarethe von Trotta, der Journalist Ulrich Wickert, die Publizisten Dr. Peter Scholl-Latour und Prof. Dr. Alfred Grosser, der Drogeriemarktgründer Götz W. Werner, die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, die  Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts a.D. Prof. Dr. Jutta Limbach oder auch die Theologen Prof. Dr. Wolfgang Huber und Kardinal Karl Lehmann.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://www.uni-due.de/de/mercatorprofessur

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430