Newsarchiv 2022

13.06.2022Messzeit am europäischen Freie-Elektronen-Röntgenlaser

Ein Gastbeitrag von Lea Spieker

Messzeit am europäischen Freie-Elektronen-Röntgenlaser (European XFEL): Zeitaufgelöste Röntgenabsorptionsspektroskopie an Spin-Crossover Molekülen im Ultrakurzzeitbereich

Im Rahmen des SFB1242 wurde eine sogenannte Messzeit am SCS instrument des European XFEL eingeworben, die von Mitarbeiter:innen der Projekte A05, A07 und C01 durchgeführt wurde. Dort, am weltweit größten Freie-Elektronen-Röntgenlaser, fanden zeitaufgelöste Experimente im Ultrakurzzeitbereich an dünnen Spin-Crossover Molekülfilmen statt.

Spin-Crossover Moleküle bilden einen der Trends in der Nanotechnologie (z.B. für Computer, Displays oder Molekularelektronik), da sie zwei Zustände besitzen. Um von dem einen in den anderen Zustand zu wechseln, können beispielsweise Licht oder Temperaturänderungen genutzt werden. Für zukünftige Anwendungen ist es wichtig, dass die beiden Zustände weit genug auseinander liegen, damit deren Stabilität gewährleistet werden kann. Das bedeutet im Fall von Temperaturänderungen einen Abstand der Zustände größer als 30°C. Neben einer schnellen Erreichbarkeit der Zustände (z.B. innerhalb 3-5°C) ist es zusätzlich wichtig, dass die Zustände in der Nähe von Raumtemperatur liegen, denn das erspart eine oft teure und komplizierte Kühlung.

Die beim Zustandswechsel auf der molekularen Ebene ablaufenden Prozesse finden innerhalb einer Billiardstel Sekunde (Femtosekunde) statt. Diese genauer zu verstehen, ist eines der Hauptziele des Projekts A05 im SFB1242.

Um solche Experimente durchführen zu können, wurde eine Messzeit am European XFEL beantragt. Auf Basis eines Begutachtungsverfahrens, bei dem die besten Anträge identifiziert werden, werden die Messzeiten genehmigt.

Das Wort XFEL bedeutet „Freie-Elektronen-Röntgenlaser“. In den letzten Jahren wurden diese besonderen Lichtquellen verfügbar und ermöglichen heute mit ihren extrem intensiven Röntgenlaserblitzen Experimente mit hervorragender Datenqualität, die ansonsten unmöglich wären. Solche Messzeiten sind äußerst wertvoll und daher arbeiten alle Beteiligten in Schichten rund um die Uhr und an den Wochenenden. Falls Sie mehr über die Funktionsweise und die Lichtquelle selbst erfahren wollen, finden sie auf der Webseite des European XFEL eine anschauliche Beschreibung.

Das nebenstehende Gruppenbild zeigt die Mitarbeiter:innen des SCS instruments sowie Mitglieder der Projekte A05, A07 und C01, die sich alle über die Ergebnisse der erfolgreichen Messzeit freuen. Zurzeit werden die erzielten Daten ausgewertet und damit die Früchte der umfangreichen Arbeit geerntet.

Link zur SFB-Seite
@udechannel

13.05.2022Im Schatten der Erde - Mondfinsternis am 16. Mai

Wenn die Erde zwischen die Sonne und den Mond gerät, dann entstehen hier spektakuläre Bilder. Warum man vom Blutmond spricht und weshalb wir in Mitteleuropa noch etwas länger warten müssen, erklärt Astrophysiker Dr. Jonathan Kollmer im Video.

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© UDE/Henrik Myja

11.05.2022Erfolg für die UDE – DFG fördert zwei neue Graduiertenkollegs

Die Materialwissenschaften und die Medizin an der UDE können ihre Forschung weiter ausbauen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert zwei neue Graduiertenkollegs mit insgesamt rund 14 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Forschungsgegenstand sind die Eigenschaften und die Herstellung von zweidimensionalen Materialien sowie die Wirksamkeit der Strahlenbehandlung bei Krebserkrankungen.

Zweidimensionale Materialien sind extrem dünn und bestehen teilweise nur aus einer einzigen Lage von Atomen. Besonders interessant sind sie, weil sie einzigartige elektrische und optische Eigenschaften haben und sich auf Grund ihrer hohen mechanischen Stabilität rollen, falten oder dehnen lassen. Das internationale Graduiertenkolleg 2D-MATURE* (GRK 2803) an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften mit Beteiligung aus der Fakultät für Physik wird sich mit zwei Fragen beschäftigen: Wie lassen sich zweidimensionale Materialien in großen Mengen herstellen und wie verhalten sie sich, wenn man sie mit anderen Materialien kombiniert und zwar so, dass sie in Produkten eingesetzt werden können?

Ziel ist es, neue Methoden und Prozesse zu entwickeln, um Anwendungen im industriellen Maßstab zu ermöglichen, zum Beispiel in Leuchtdioden oder Batterien. Das Kolleg wird von Prof. Gerd Bacher geleitet und mit rund 7 Millionen Euro gefördert. Die Promovierenden, die am Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE) forschen, werden mit kanadischen Kolleg:innen am Waterloo Institute of Nanotechnology (WIN) an der University of Waterloo zusammenarbeiten.

Im Kampf gegen Krebs zählt die Strahlenbehandlung nach wie vor zu den wirksamsten Therapien. Bei besonders aggressiven oder sehr ausgedehnten Tumoren kann trotz medizinischen Fortschritts nur bei einem Teil das Wachstum mittels Bestrahlung unter Schutz des Normalgewebes wirksam kontrolliert werden. Noch immer weiß man zu wenig darüber, warum Menschen unterschiedlich auf die Strahlentherapie ansprechen und warum unerwünschte Nebenwirkungen entstehen.

Im neuen Graduiertenkolleg 2762 „Heterogenität, Plastizität und Dynamik der Antwort von Krebszellen, Tumor- und Normalgeweben auf therapeutische Bestrahlungen bei Krebs“ arbeiten Forschende der Medizinischen und der Biologischen Fakultät zusammen. Sie werden die Mechanismen der individuellen Strahlenempfindlichkeit verschiedener Tumoren und Gewebe weiter erforschen. Geleitet wird das Kolleg von Prof. Verena Jendrossek. Die DFG fördert das Vorhaben mit rund 7 Millionen Euro.

* „Skalierbare 2D-Material-Architekturen (2-D-MATURE). Synthese und Prozessierung, Charakterisierung und Funktionalität, Implementierung und Demonstration“

Im Bild: Zweidimensionale Materialien in Wafergröße (Durchmesser Wafer: 5 cm), hergestellt mit einem skalierbaren Gasphasenprozess.

von Thomas Witte

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© zdi-Zentrum DU.MINT Duisburg Niederrhein/Reichert

10.05.2022zdi-Roboterwettbewerb

zdi - Die Gemeinschaftsoffensive für den MINT-Nachwuchs in NRW

RE•use RE•duce RE•cycle: Zu diesen Stichworten haben Schüler:innen ihre Roboter für die Kreislaufwirtschaft programmiert – das Team PascalBots vom Pascal Gymnasium in Grevenbroich hat am 4. Mai 2022 den Lokalwettbewerb in Duisburg gewonnen. Mit einem sehr souveränen Lauf setzten sich die 3 Schülerinnen und Schüler gegen das Team J.-K.-Robots aus Schwalmtal durch. Drittplatziert wurde das Mädchen-Team Marienberg aus Neuss – das sich besonders enthusiastisch über den Erfolg gefreut hat –  nebenstehendes Foto.

In Personalunion leitet Dr. Kirsten Dunkhorst nicht nur das NanoSchollLab der Fakultät für Physik und der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, sondern auch noch das zdi-Zentrum DU.MINT Duisburg Niederrhein und veranstaltet in diesem Rahmen Roboterwettbewerbe. Ziel ist es Schulen, die Universität Duisburg-Essen und die Industrie miteinander zu vernetzen und nicht zuletzt talentierte Schüler:innen für ein Studium der Physik oder ein Studium in Energy Science oder NanoEngineering zu gewinnen.

Zur Homeapge des zdi-Zentrum DU.MINT Duisburg Niederrhein

10.05.2022Absolvent:innenfeier der Fakultät für Physik am Freitag, dem 24. Juni 2022

Die Fakultät für Physik würdigt die im Rahmen von Bachelor,
Master- und Diplomarbeiten erbrachten Leistungen.
Haben Sie Ihren Abschluss zwischen Mai 2019 und April 2022
gemacht? Dann sind Sie herzlich eingeladen – Anmeldung siehe unten.
 
18:00 Uhr
Hörsaal LX 1205 Audimax, Lotharstraße 63a, 47057 Duisburg
Begrüßung durch den Dekan
Prof. Dr. Michael Schreckenberg

Vorstellung der Absolvent:innen und
Ehrung besonders herausragender Arbeiten
durch den Dekan und durch den Studiendekan
Prof. Dr. Hermann Nienhaus

20:00 Uhr
Sektempfang mit Imbiss
im Foyer LX

Informationen und Anmeldung

04.05.2022Offene Video-Chaträume des Buddy Systems 2022

Du überlegst, Physik, Physik auf Lehramt oder den in Deutschland einmaligen Studiengang Energy Science zu studieren? Du hast noch Fragen, die Du gerne vor Deiner Entscheidung beantwortet haben möchtest? Wir helfen Dir!

Die offenen Video-Chaträume des Buddy Systems der Fakultät für Physik starten in die neue Saison. Ab dem 10. Mai 2022 stehen wir Dir an folgenden Terminen zur Verfügung:

  • Dienstag, 10.05.2022, 14 Uhr
  • Donnerstag, 19.05.2022, 17 Uhr
  • Dienstag, 24.05.2022, 14 Uhr
  • Donnerstag, 02.06.2022, 17 Uhr
  • Dienstag, 07.06.2022, 14 Uhr
  • Donnerstag, 16.06.2022, 17 Uhr
  • Dienstag, 21.06.2022, 14 Uhr
  • Donnerstag, 30.06.2022, 17 Uhr
  • Dienstag, 05.07.2022, 14 Uhr
  • Donnerstag, 14.07.2022, 17 Uhr
  • Dienstag, 19.07.2022, 14 Uhr
  • Donnerstag, 28.07.2022, 17 Uhr

Den Link und weitere Informationen zu den offenen Video-Chaträumen findest Du unter https://udue.de/buddy .

Studiere bei uns, denn nur wir bieten zum optimalen Start in Dein Studium ein zweistufiges Buddy System. Buddys sind Studierende aus den unteren Studienjahren, welche ihre Erfahrungen aus erster Hand gerne an Dich weitergeben. Hierdurch wirst Du in einer ersten Phase vor Deinem Start ins Studium und in einer zweiten Phase während der ersten beiden Semester umfassend betreut und kannst sorgenfrei Dein Studium beginnen.

Homepage des Buddy Systems

03.05.2022Tagung zu Magnetismus und Supraleitung in Duisburg

12. International Conference on Magnetic and Superconducting Materials (MSM22) am 28.08 bis 2.9.2022 an der Universität Duisburg-Essen  

In Duisburg wird mit der 12. Ausgabe der MSM-Konferenz eine 1999 begonnene Reihe von Treffen als internationale Konferenz fortgesetzt, deren Ziel es ist, die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen den wissenschaftlichen Gruppen in der Region des Mittleren Ostens und mit der fortgeschrittenen wissenschaftlichen Weltgemeinschaft zu stärken.
Die MSM-Treffen werden alle zwei Jahre in Asien, Afrika und Europa abgehalten und erreichen schließlich 2022 das Herz Westeuropas: Duisburg.
Das Programm der MSM22 umfasst ein breites Spektrum an Plenarvorträgen, eingeladenen Vorträgen und Beiträgen und deckt die neuesten Fortschritte im Bereich des grundlegenden und angewandten Magnetismus und der Supraleitung sowie viele verwandte Themen ab.

Link zum Tagungshomepage

28.03.2022Rundfunkwerbung für Energy Science jetzt bei 1LIVE

Dazu noch Plakate in Berlin, Frankfurt, Köln und Mannheim. 
Manchmal muss man dem Glück etwas auf die Sprünge helfen. Wie wichtig das Thema Energie werden würde, war bei der Planung des Studiengangs wohl nur zu erahnen. Damit noch mehr Studieninteressierte mitbekommen, welches Top-Angebot mit dem Studiengang Energy Science bei uns am Start ist, haben wir die Werbung forciert.

Link zum Radiospot

Link zum Studiengang
© UDE/Frank Preuß

10.03.2022„Es gibt aber auch Ausnahmen, wahre Kümmerer“ Redakteur und Fotograf vom Stern zu Gast in der Fakultät für Physik

„Es gibt aber auch Ausnahmen, wahre Kümmerer“ Redakteur und Fotograf vom Stern zu Gast in der Fakultät für Physik
Unter dem Titel „STUDIEREN UND CORONA – Sie brechen ab oder schreiben sich gar nicht erst ein: Deutschlands Nachwuchselite ist Verlierer der Pandemie“ ist bei Stern-Online ein Artikel erschienen. Insgesamt ist das deutschlandweite Resümee eher ernüchternd. Unter der Zwischenunterschrift „Es gibt aber auch Ausnahmen, wahre Kümmerer“ gibt es aber sehr gute Noten für unsere Fakultät für Physik. Die beiden Besucher von der Wochenzeitschrift Stern sind offenbar beeindruckt, mit wieviel technischem Equipment und mit welchem Engagement Prof. Wucher in seiner Vorlesung zur Experimentalphysik vorgeht, um den Studierenden vor Ort und online möglichst optimal die Beugung am Gitter näher zu bringen.
„Alle an der Fakultät legen Wert darauf, den Nachwuchs zu hegen. Niemand soll verlorengehen – und möglichst viele sollen gewonnen werden.“ Ist das für uns positive Fazit von Redakteur Rolf-Herbert Peters.

Link zum Stern-Artikel (leider nur im Bezahlprogramm)
© UDE/NanoSchoolLab

08.03.2022Digitale Ausstattung für Nano-Schullabor – Wenn das Mikroskop online geht

Es sieht aus wie ein Abflusssieb, was das Elektronenmikroskop da zeigt – ist aber in Wirklichkeit eine nur wenige Mikrometer kleine Kieselalge. Aha-Momente wie diesen hatten bereits viele Jugendliche im NanoSchoolLab der UDE. Nun erhält es rund 41.000 Euro für die digitale Ausstattung aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

Unter anderem Desktoprechner, Laptops und ein Videokonferenzsystem stehen auf der Einkaufsliste von Dr. Kirsten Dunkhorst, der Leiterin des NanoSchoolLabs. Angeschlossen an Mikroskope, die junge Menschen sonst erst im Studium kennenlernen, sollen so moderne Lernstationen entstehen, mit denen Schüler:innen auch von fern die faszinierenden Bilder aus dem Nanoskomos sehen oder an den Messungen teilhaben können. Die verbesserte Ausstattung dient auch dazu, dass die Jugendlichen den Umgang mit den Geräten üben sowie Auswertungssoftware und -systeme für 3D-Modelle kennenlernen.

„Mit der neuen Infrastruktur können wir die digitalen Kompetenzen der Jugendlichen und ihrer Lehrkräfte stärken und gleichzeitig die Schülerinnen und Schüler für die MINT-Fächer begeistern“, erklärt Dunkhorst. „So können wir dabei helfen, die Lücken zu schließen, die die Pandemie offenbart hat.“

Innerhalb des Projekts “NanoSchoolLab goes digital“ wird ein fachdidaktisches Konzept entwickelt, um die in der Pandemie bereits etablierten Strukturen digital auszubauen und zu festigen. Dabei wird es sowohl stationäre als auch mobile Lösungen geben, die somit an verschiedenen Standorten einsetzbar sind.

Die Fördermittel stammen aus dem Programm „zdi-REACT-EU“ des Landes NRW, das Aufbau und Erweiterung der digitalen Infrastruktur außerschulischer Lernorte unterstützt.

Das NanoSchoolLab an der UDE wurde 2009 von den Fakultäten für Ingenieurwissenschaften und Physik sowie dem Studiengang NanoEngineering mit Unterstützung von CENIDE als zdi-Schullabor gegründet. Es ist ein außerschulischer Lernort mit der Spezialisierung auf Nanotechnologie, der Schüler:innen die Grundsätze von naturwissenschaftlicher und technischer Forschung näherbringt.

von Birte Vierjahn

Zur Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

02.03.2022Grenzen der Messbarkeit von Quantensprüngen verschoben

Korrektes Zählen bestimmt unser modernes Leben – seien es die Bits im Computer mit ihren zwei Zuständen, die Anzahl positiver Coronatests oder generell jedes System, welches zählbare Ereignisse aufweist. Doch je schneller gezählt wird und je kleiner die Signale sind, um die es geht, umso eher können Daten im Rauschen untergehen. Der theoretische Physiker Eric Kleinherbers vom SFB1242 und CENIDE entwickelte mit Kolleg:innen nun ein neues Werkzeug, das mehr Licht ins Dunkel solcher Daten bringt.

Besonders wichtig ist die Zählstatistik in der Quantenwelt. Moderne Messgeräte sind so empfindlich, dass sie einzelne Quantensprünge detektieren können. Limitierende Faktoren sind die Zeitauflösung des Detektors, das Hintergrundrauschen und die Beobachtungszeit. Zusätzlich verfälschen Detektionsfehler die gemessenen Informationen, so dass keine oder falsche Schlüsse über die zugrunde liegende Quantendynamik gezogen werden.

Für ihre Arbeit nutzten die Forschenden sogenannte selbstorganisierte Quantenpunkte, die ähnliche Eigenschaften wie einzelne Atome haben und bedienten sich eines Tricks. Der Quantenpunkt wird mit einem Laser angeregt und strahlt Lichtteilchen (Photonen) zurück, solange er „leer“ ist. Tritt ein zusätzliches Elektron in den Quantenpunkt ein, bricht der Lichtstrom ab. So kann durch die Photonen die Elektronenbesetzung in Echtzeit aufgezeichnet und im Anschluss statistisch ausgewertet werden.

Um zu testen, wie robust der neue Auswertungsalgorithmus ist, wurden aus dem Originaldatensatz absichtlich Daten gelöscht und so eine fehlerhafte Messung simuliert. „Es waren typische experimentelle Fehler: Signale, die für den Detektor zu schnell sind und daher „übersehen“ werden oder eine Spitze im Rauschen, die ein Signal vorgaukelt“ erklärt Eric Kleinherbers, Erstautor der Studie. Durch den Vergleich der Originalmesswerte mit den fehlerhaften Daten konnten die Forschenden nachweisen, dass die neue Methode der Auswertung viel fehlertoleranter ist als die bisher verwendeten Standardmethoden der statistischen Analyse. So wird das tatsächliche Verhalten der Elektronen und Photonen besser sichtbar und bringt so Licht ins Dunkel der Quantenwelt. „Es ist ein wenig, als hätte man bisher versucht mit einem unpassenden Schraubendreher eine Schraube in die Wand zu bringen,“ erklärt Kleinherbers. „Das geht schon, aber schön ist es nicht. Jetzt haben wir das passende Werkzeug für die Auswertung der Daten.“

Zählstatistik gibt es überall: Bei der Auswertung von Nervensignalen ebenso wie beim radioaktiven Zerfall, in der Mikroelektronik sowie im Magnetismus. Während sich experimentelle Physiker:innen immer neue Messtechniken und Experimente ausdenken, verschieben die Theoretiker:innen die Grenzen der Machbarkeit auch durch neue Auswertungsmethoden. Interessant ist die entwickelte Methode nicht nur für neue Messergebnisse – auch vorhandene Daten lassen sich nun nochmal genauer unter die Lupe nehmen, wie Kleinherbers sagt. „Wir stehen im engen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, die nun schauen möchten, was sich in ihren Daten vielleicht noch verbirgt.“

Die Ergebnisse wurden am 23.03.2022 in der Fachzeitschrift Physical Review Letters veröffentlich.

DOI
© UDE/Christoph Mecking

02.03.2022freestyle-physics am Campus – Die Wasserraketen steigen wieder!

Endlich ist es so weit: Nach zwei Jahren als Video-Wettbewerb starten die freestyle physics an der UDE wieder voll durch. Das große Finale, an dem alle Schülerinnen und Schüler ihre kreativen und cleveren Lösungen für physikalische Knobelaufgaben präsentieren, steigt vom 7. bis 10. Juni am Campus Duisburg.

„Wir haben das große Zelt schon bestellt und freuen uns auf rund 1.500 Schüler:innen“, sagt Physiker Dr. Andreas Reichert, der gemeinsam mit dem Erfinder des Wettbewerbs, Prof. Dr. Axel Lorke, und zwei Kollegen den Schülerwettbewerb organisiert. „Wir haben auch schon relativ viele Anfragen zu den Details der Aufgaben bekommen – offenbar beschäftigen sich die Klassen und Lehrkräfte intensiv mit den Aufgaben.“

Und darum geht´s:

Tauchboot
Ziel der Aufgabe ist es, ein Boot zu konstruieren, das ohne Fernsteuerung, aufs Wasser gelegt, zunächst auf den Boden eines 40 cm tiefen Beckens untertaucht, 1 – 3 Minuten am Boden bleibt und dann selbstständig wieder auftaucht.
Mausefallen-Katapult
Welches Katapult schießt einen Tischtennisball möglichst weit? Aber Achtung beim Bau der Maschine: Es darf ausschließlich die mechanische Energie der Feder einer gespannten Mausefalle zum Antrieb genutzt werden.
Papierbrücke
Wie man nur aus Papier, Bindfaden und Klebstoff eine Brücke mit minimalem Eigengewicht baut, die eine Distanz von 1 Meter überbrückt und dabei einen 700 g-Zylinder trägt, können die Teilnehmenden bei dieser Aufgabe zeigen.
Wasserrakete
Der Wettbewerbsklassiker darf auch dieses Jahr nicht fehlen: Ziel der Aufgabe ist es, eine Wasserrakete zu entwerfen und zu bauen, die möglichst lange in der Luft bleibt.

Was nach drei Monaten anspruchsvollem Grübeln, Planen und Konstruieren herausgekommen ist, bewertet eine Jury aus Professor:innen und Doktorand:innen live beim großen Finale. Für jeden Wettbewerb werden die ersten drei Plätze prämiert, außerdem gibt es Sonderpreise.

Redaktion: Cathrin Becker

Zur Originalmeldung der Universität Duisburg-Essen

22.02.2022Wie bringt man zwei-dimensionale Materialien vom Labor in die Fabrik?

Internationales Graduierten-Kolleg wurde begutachtet

Diesem hochaktuellen Thema will sich ein deutsch-kanadisches Konsortium der Universitäten Duisburg-Essen und Waterloo widmen und damit dem Nachwuchs ideale Ausbildungsbedingungen bieten.  Nach intensiver Vorbereitung wurde 2021 ein entsprechender Antrag "Scalable 2D-Materials Architectures (2D-MATURE): Synthesis and Processing, Characterization and Functionality, Implementation and Demonstration" (designierte Sprecher: G. Bacher, M. Pope) für ein Internationales Graduierten-Kolleg eingereicht. Diesen Monat war es dann soweit: Ein Team aus 20 deutschen und kanadischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, davon 6 aus der Fakultät für Physik, stellten sich den Fragen des Gutachterteams der DFG. Die Begehung musste leider online stattfinden, verlief aber insgesamt sehr positiv. Jetzt steht noch die kanadische Evaluierung aus und die abschließende Entscheidung bei der DFG im Mai diesen Jahres. Mit etwas Glück können die ersten NachwuchswissenschaftlerInnen schon im Oktober beginnen - Daumen drücken!

 

Tobias Steinpilz et al 2020 New J. Phys. 22 093025

18.01.2022Heraeus-Seminar: Mesoskopische Triboelektrizität - von Flecken über Teilchen zu Planeten

Alles dreht sich vom 17. bis 21. Januar 2022 um Staub und Triboelektrizität auf dem aktuell stattfindenden  Wilhelm und Else-Heraeus-Seminar – ausgerichtet von Dr. Jonathan Kollmer und Dr. Jens Teiser aus unserer Fakultät für Physik und von Dr. Philip Born von der DLR Köln.

Die Staubmobilität auf planetarischen Objekten, entweder mit Atmosphäre oder luftlosen Körpern wie Asteroiden oder dem Mond, und die Entstehung von Planeten selbst scheinen auf Mechanismen zu beruhen, die mit der Triboelektrizität zusammenhängen.

Link zur Homepage des Seminars

03.01.2022buddy@school 2022 - Infos für Studieninteressierte zu einem Energy Science- oder Physik Studium

In Kürze steht für alle, die in diesem Jahr die Schule abschließen, eine wichtige Entscheidung an: die Entscheidung für oder gegen ein Studium und die Wahl des Studienganges.

Die Fakultät für Physik der Universität Duisburg-Essen steht hierbei gerne unterstützend und mit Informationen und Hilfestellungen zur Seite. Wir präsentieren per Videokonferenz die Möglichkeiten eines Studiums (Energy Science, Physik und Physik Lehramt) in unserer Fakultät an folgenden Terminen:

  • Dienstag, 18.01.2022, 17 Uhr
  • Donnerstag, 03.02.2022, 13 Uhr
  • Dienstag, 15.02.2022, 17 Uhr
  • Mittwoch, 02.03.2022, 17 Uhr

Anschließend können in einer lockeren Runde Fragen hierzu gestellt werden. Ansprechpartner:innen sind dabei mindestens zwei Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen und eine hauptamtliche Lehrkraft. Die Studierenden sind Teil unseres Buddy Systems. Innerhalb des Buddy Systems bieten wir eine Rundumberatung für zukünftige Studierende vor und während der Studieneingangsphase. Weitere Informationen zum Buddy System können der Homepage des Buddy Systems und dem Flyer entnommen werden.

Wenn Du dieses Angebot (buddy@school 2022) nutzen möchtest, bitten wir Dich um eine einfache und kurze Anmeldung (spätestens eine Woche vor dem Wunschtermin) via Online-Formular . Das Angebot steht natürlich auch denjenigen zur Verfügung, die erst in den kommenden Jahren die Schule abschließen werden, sich aber schon heute informieren möchten.

Wir freuen uns auf Dich!

Anmeldung zu buddy@school 2022

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