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Gewässer von Mikroschadstoffen befreien

Aktivkohle mit Anziehungskraft

  • von Amela Radetinac
  • 03.03.2017

Medikamente, Chemikalien, Zusätze wie Coffein und der Süßstoff Acesulfam: Seit Mikroschadstoffe wie diese in sehr geringer Konzentration in Gewässern nachgewiesen werden können, wird daran gearbeitet, sie weitestgehend zu eliminieren. Mit einer modifizierten Aktivkohle will ihnen nun Grit Hoffmann aus der Wassertechnik der Universität Duisburg-Essen (UDE) zu Leibe rücken. 

Um Mikroschadstoffe zu entfernen, hat sich die Aktivkohleadsorption durchgesetzt, bei der sich die Inhaltsstoffe des Wassers in den sehr feinen Poren der Kohle anlagern. „Konventionelle Aktivkohle eignet sich dazu aber nicht in allen Fällen“, erklärt Hoffmann. „Wegen der chemischen Beschaffenheit ihrer Oberfläche lagern sich eher Stoffe an, die ihr ähnlich sind – nach dem Motto ‘Gleich und Gleich gesellt sich gern‘.“ 

Wie kann man Kohle so verändern, dass sie auch andersartige Substanzen aufnimmt? Hoffmann brennt Kohlenstoffatome heraus, das ist der übliche Aktivierungsprozess, aber sie experimentiert im Drehrohrofen zusätzlich mit verschiedenen Reaktionsgasen. „Durch die Reaktion der Kohlen mit Sauerstoff beispielsweise lässt sich ihre Oberfläche chemisch verändern“, weiß Hoffmann. Außerdem variiert sie die Geschwindigkeit, in der die Kohle aufgeheizt und abgekühlt wird, und behandelt die Kohle mit verschiedenen Chemikalien, um zielgerichtet neue Eigenschaften zu gewinnen. 

Finanziell unterstützt von der CV Wissenschaftsförderung Essen, steht Hoffmanns Forschung noch ganz am Anfang. Doch könnte sie künftig dazu beitragen, zum Beispiel die vierte Reinigungsstufe in Kläranlagen oder auch die Trinkwasseraufbereitung zu verbessern. 

Weitere Informationen:
Mechanische Verfahrenstechnik/ Wassertechnik, 
Prof. Dr.-Ing. Stefan Panglisch, Tel. 0203/379-3477, stefan.panglisch@uni-due.de 
Grit Hoffmann, Tel. 0203/379-3954, grit.hoffmann@uni-due.de 

Redaktion:
Amela Radetinac, Tel. 0203/379-1488 

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