Sonderforschungsbereich verlängert
Neue Sicht auf unterschätzte Immunzellen
- von Martin Rolshoven
- 15.05.2026
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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Sonderforschungsbereich/Transregio (TRR) 332 „Neutrophile: Entwicklung, Verhalten und Funktion“ für eine zweite Förderperiode mit rund 13 Millionen Euro. Am TRR 332 sind Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen maßgeblich beteiligt.
Die Forschenden untersuchen die bislang unterschätzte Vielfalt und Funktion von Neutrophilen – den häufigsten weißen Blutkörperchen des Menschen. Lange galten diese Immunzellen als kurzlebige und funktionell einheitliche Zellen. Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass Neutrophile auch zentrale Funktionen bei chronischen Entzündungen, Krebs und der Aufrechterhaltung gesunder Gewebe übernehmen.
„Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung und exzellenten Forschungsinfrastruktur leistet der Transregio 332 einen wichtigen Beitrag dazu, Erkenntnisse der Immunbiologie in neue Ansätze für Diagnostik und Therapie zu überführen“, sagt Prof. Dr. Jadwiga Jablonska-Koch, Standortsprecherin des SFB/TRR 332 an der Medizinischen Fakultät der Universität Disburg-Essen.
In der ersten Förderperiode bündelten Teams der Universität Duisburg-Essen, der Universität Münster und der Ludwig-Maximilians-Universität München gemeinsam mit Partnerinstituten ihre Expertise aus Immunologie, Tumorbiologie, Infektionsforschung und Bildgebung. Ziel war, grundlegende Mechanismen der Neutrophilen-Biologie aufzuklären. Dabei konnten neue Erkenntnisse zur Regulation, Aktivierung und krankheitsfördernden Funktion dieser Zellen gewonnen werden. Innovative Bildgebungstechnologien ermöglichten erstmals eine detaillierte Analyse von Neutrophilen im Gewebe.
In der nun folgenden Fördderphase wird die Forschung auf krankheitsrelevante Modelle übertragen. Im Fokus stehen Erkrankungen von hoher gesellschaftlicher und medizinischer Relevanz, darunter Gefäßentzündungen, Krebs und Infektionen. Ergänzt wird das Programm durch Technologien zur Einzelzell- und Gewebeanalyse.
An der Universität Duisburg-Essen sind außerdem beteiligt Prof. Dr. Daniel Engel, Prof. Dr. Matthias Gunzer, Prof. Dr. Sven Brandau, Prof. Dr. Dirk M. Hermann und Dr. Olga Shevchuk beteiligt. Die SFB-Koordination obliegt Prof. Dr. Dr. Oliver Söhnlein vom Institut für Experimentelle Pathologie der Universität Münster. Weitere Partner sind die Technische Universität Dresden, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V. in Dortmund.
Weitere Informationen
Details zum SFB/TRR 332: https://neutrophils.de/de/forschungsprojekte
Unser Bild zeigt das Innere einer Immunzelle: Zu sehen sind die Zellorganellen eines Neutrophilen – Endoplasmatisches Retikulum (blau), Lysosomen (gelb), Mitochondrien (violett), Lipidtröpfchen (cyan) und Golgi-Apparat (grün). Maßstab: 0,7 µm.
Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Jadwiga Jablonska-Koch, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen,
jadwiga.jablonska@uk-essen.de, Tel. 0201/723-3190
Redaktion:
Martin Rolshoven, Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen,
martin.rolshoven@uk-essen.de, Tel. 0201/723-6274