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2026-07-14 | Veranstaltungen
Veranstaltungen

Drei Abschiedsvorlesungen

von FoKo


FIW

Abteilungsübergreifender Semesterabschluss der FIW

Mit einem gut gefüllten Hörsaal und vielen persönlichen Gesprächen hat die FIW am 13. Juli 2026 ihren abteilungsübergreifenden Semesterabschlusstermin gefeiert. Rund 50 Teilnehmende kamen im Hörsaal MD 162 auf dem Campus Duisburg zusammen, um die Abschiedsvorlesungen von Prof. Dr. Steven Ding, Prof. Dr. Rüdiger Deike und Prof. Dr. Bettar el Moctar zu hören und die Gelegenheit zum Austausch über Abteilungsgrenzen hinweg zu nutzen.

Eröffnet und begleitet wurde die Veranstaltung erneut von den Abteilungsleitern der beteiligten Abteilungen: Prof. Dr. Dirk Söffker für die Abteilung Maschinenbau und Verfahrenstechnik sowie Prof. Dr. Roland Schmechel für die Abteilung Elektrotechnik und Informationstechnik. Beide führten durch den Nachmittag, stellten die Vortragenden vor und gaben der Veranstaltung damit den passenden Rahmen.

Der Semesterabschluss war in diesem Jahr zugleich ein besonderer Anlass, weil mit den drei Vorträgen unterschiedliche Formen des Abschieds verbunden waren: Prof. Dr. Steven Ding und Prof. Dr. Rüdiger Deike wurden mit Abschiedsvorlesungen für ihr langjähriges Wirken an der UDE gewürdigt; Prof. Dr. Bettar el Moctar hat die UDE in Richtung Technische Universität Berlin verlassen. Für die FIW bot der Nachmittag damit nicht nur fachliche Einblicke, sondern auch die Gelegenheit, viele Jahre Engagement in Forschung, Lehre und Fakultätsleben zu würdigen.

Zwischen Regelung und Detektion: Der Umgang mit Unsicherheit in dynamischen Systemen

Den Auftakt machte Prof. Dr. Steven Ding mit seiner Abschiedsvorlesung „Zwischen Regelung und Detektion – der Umgang mit Uncertainty in dynamischen Systemen“. Anhand des anschaulichen Beispiels des Aufhebens eines Bleistifts zeigte er, wie eng Regelung, Modellbildung, Rückkopplung und Lernen miteinander verbunden sind.

Im Zentrum stand dabei das Residuum, also die Abweichung zwischen berechneter und gemessener Regelgröße. Prof. Ding machte deutlich, dass dieses Residuum sowohl in der Regelung als auch in der Fehlerdetektion eine zentrale Rolle spielt. Beide Ansätze verfolgen zwar unterschiedliche Ziele, dienen aber letztlich demselben Zweck: Unsicherheiten in dynamischen Systemen zu beherrschen und die gewünschte Systemleistung sicherzustellen.

Neben den fachlichen Einblicken blickte Prof. Ding auch auf die Entwicklung des Fachgebiets Automatisierungstechnik und komplexe Systeme zurück und schloss seinen Vortrag mit einem Dank an die Abteilung EIT und die Fakultät.

Angewandte Forschung für Nachhaltigkeit in zwei Jahrzehnten an der UDE

Im Anschluss blickte Prof. Dr. Rüdiger Deike in seiner Abschiedsvorlesung „Angewandte Forschung für Nachhaltigkeit in zwei Jahrzehnten an der Universität Duisburg-Essen“ auf seine Arbeit am Institut für Technologien der Metalle zurück. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie metallurgische Forschung zu mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft beitragen kann. Anhand des Recyclings von Filterstäuben aus der Stahl- und Metallindustrie machte Prof. Deike deutlich, dass nachhaltige Recyclingprozesse technisch und wirtschaftlich sorgfältig bewertet werden müssen. Entscheidend ist nicht nur, ob Materialien wiederverwertet werden können, sondern auch, ob dies mit robusten Verfahren, ausreichender Qualität und ökologisch sinnvoll gelingt. Beispiele aus Forschungsprojekten zeigten die Breite seiner Arbeiten: Von der Rückgewinnung von Metallen aus Schlacken und Filterstäuben über die Substitution von Magnesium bei der Entschwefelung von Gusseisen bis hin zum Einsatz von MV-Schlacke in der Zementindustrie und Ansätzen zur Wasserstofferzeugung und -speicherung. Damit verband Prof. Deike einen Rückblick auf zwei Jahrzehnte angewandter Forschung mit hochaktuellen Fragen der Ressourceneffizienz. Sein Vortrag machte deutlich, dass Nachhaltigkeit in der Metallurgie konkretes Prozesswissen, Materialverständnis und realistische technische Lösungen braucht.

Phasenübergänge und ihre Wirkung in Mehrphasenströmungen

Den dritten Vortrag des Nachmittags hielt Prof. Dr. Bettar el Moctar mit „Phase Transitions and Their Effects in Multiphase Flows“. Im Unterschied zu Prof. Ding und Prof. Deike stand bei ihm nicht der Ruhestand im Mittelpunkt: Prof. el Moctar hat die UDE verlassen und setzt seine wissenschaftliche Arbeit an der Technischen Universität Berlin fort.

In seinem Vortrag gab er Einblicke in die komplexe Welt der Mehrphasenströmungen, bei denen Flüssigkeiten, Gase oder Dampf gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig beeinflussen. Besonders im Fokus standen Phasenübergänge wie Verdampfung, Kondensation und Kavitation, die das Verhalten technischer Systeme deutlich verändern können.

An Beispielen zu flüssigem Wasserstoff, Flüssigerdgas, Tankbewegungen und Kavitation zeigte Prof. el Moctar, wie eng Experimente und Simulationen zusammenwirken müssen, um solche Prozesse zuverlässig zu beschreiben.

Austausch bei Snacks und Getränken

Nach den Vorträgen wurde der Semesterabschluss im Foyer des MD 162 fortgesetzt. Bei Snacks und Getränken ergaben sich viele Gespräche: Fachlich, persönlich und abteilungsübergreifend. Gerade dieser Teil gehört inzwischen fest zum Charakter des Formats: Der Semesterabschluss bietet nicht nur Raum für Vorträge, sondern auch für Begegnungen, Rückblicke und neue Kontakte innerhalb der Fakultät. Die Veranstaltung zeigte erneut, wie wichtig solche gemeinsamen Termine für die FIW sind. Sie machen Forschung sichtbar, bringen Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen und schaffen einen Rahmen, um verdiente Mitglieder der Fakultät würdig zu verabschieden oder neu an die Fakultät gekommene Kolleginnen und Kollegen zu begrüßen.

Wir danken allen Beteiligten, insbesondere den drei Vortragenden, und freuen uns auf die Fortsetzung dieses Formats.