Vortragsreihe: Bildung in der digitalen Welt

Online-Vortragsreihe

In dieser Vortragsreihe sollen Ergebnisse aus Forschungsprojekten mit einem Fokus auf Digitalisierung in der Schule vorgestellt werden. Durchgeführt wird sie im Rahmen des IZfB-Promotionsstipendiums und inhaltlich organisiert von Stephan Napierala und Prof. Dr. Torsten Brinda, Lehrstuhl für Didaktik der Informatik.

Die Livestreams mit anschließender Möglichkeit zur Online-Diskussion finden jeweils mittwochs von 16:15 - 17:45 Uhr statt.

20.05.2020 Prof. Dr. Philipp Ahner, Musikhochschule Trossingen
Musiklernen mit und in digitalen Technologien
17.06.2020 Prof. Dr. Jörg Zumbach, Universität Salzburg
Chancen und Grenzen von (meta-)kognitivem Scaffolding beim Lernen mit digitalen Medien
24.06.2020 Dr. Till Bruckermann, IPN Kiel
Wissenschaftsverständnis mit digitalen Medien in den Naturwissenschaften fördern: Fenster zum Erkenntnisprozess?
Fällt aus
01.07.2020

Prof. Dr. Christian Filk, Europa-Universität Flensburg
Inklusiv-digitale Forschung in der Bildungswissenschaft – Zur Modellierung eines neuen transdisziplinären Paradigmas

08.07.2020

Prof. Dr. Alexandra Budke, Universität zu Köln
Mündige Nutzung digitaler Medien im Schulunterricht

15.07.2020
 

Prof. Dr. Jochen Kuhn, TU Kaiserslautern
Experimentieren mit Smartphone & Co. in Schule und Hochschule: Effektivität beim Lernen mit mobilen Medien von heute und morgen in Physik

Anmeldung zum Vortrag: Prof. Dr. Alexandra Budke

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Beschreibung der Vorträge

20.05.2020, 16:15 Uhr Prof. Dr. Philipp Ahner, Musikhochschule Trossingen

Musiklernen mit und in digitalen Technologien

Musizieren und Auseinandersetzungen mit Musiken sind grundsätzlich eng an Eigenschaften und Umgangsweisen mit Medien und Dingen gebunden. Im Sinne einer „artifiziellen Konstruktion der Klang-Umwelt“ (Moles, 1973, S. 201) ist Musik nur in einer Verbindung mit Artefakten, wie Instrumenten, Räumen, Noten und Texten etc. und damit mit Techniken möglich. Die Beschaffenheit einer Oberfläche einer Wand für den Raumklang eines Chores, die Spannung einer Repetierfeder für den Anschlag eines Flügels beim Spiel eines Pianisten oder die Legierungen des Metalls für den Klang eines Blechbläserensembles sind Beispiele für musikalisch-künstlerische Entscheidungen im Zusammenhang mit Medien, Dingen usw. Mit den Möglichkeiten der Digitalisierung werden diese Entscheidungen nicht obsolet, sondern erfahren eine Erweiterung im digitalen Raum.

Wie verändert eine zunehmend digitale Welt Musik und musikbezogenes Lernen? Die aktuelle Corona-Krise fordert in besonderer Weise, führt vermehrt zu (autodidaktischen) Auseinandersetzungen mit digitalen Technologien und verleitet – auch in Bezug auf Musik – zu einem Transfer gewohnter Lehr-Lern-Formate in den digitalen Raum. Kann Digitalisierung mehr?  Im Vortrag werden grundsätzliche Überlegungen zu Dingen und Materialien im Kontext von Musik zu betrachtet und anhand von Ergebnissen aus zwei Forschungsprojekten musikdidaktische Überlegungen abgeleitet.

17.06.2020, 16:15 Uhr Prof. Dr. Jörg Zumbach, Universität Salzburg

Chancen und Grenzen von (meta-)kognitivem Scaffolding beim Lernen mit digitalen Medien

Selbstgesteuertes Lernen ist eine der Kernkompetenzen in unserer heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft. Dennoch zeigen verschiedene Studien, dass das selbstgesteuerte Lernen kein Automatismus ist und viele Lernende hier Probleme aufweisen. Eine Möglichkeit zur Unterstützung ist die Förderung kognitiver und metakognitiver Prozesse vor und während des Lernens. In verschiedenen Studien wurde dabei konkret untersucht, wie sich eine solche Unterstützung durch sog. „Scaffolding“ auf das Lernen mit digitalen Medien auswirkt. Dabei zeigen sich gerade bei komplexeren, interaktiven Bereichen durchaus Vorteile, während bei primär rezeptiven Lerngelegenheiten eher Nachteile zu erwarten sind. Zudem zeigen die Studien aus eher naturwissenschaftlichen Domänen (Physik, Geographie und Biologie), dass metakognitive Strategien durchaus trainiert werden können, der Effekt solcher primär kurzen Trainings allerdings recht gering ist. Insgesamt ergeben die Studien Hinweise darauf, wo und wie eine (meta-)kognitive Förderung indiziert ist und für welche Bereiche eher nicht.

24.06.2020, 16:15 Uhr Dr. Till Bruckermann, IPN Kiel

Wissenschaftsverständnis mit digitalen Medien in den Naturwissenschaften fördern: Fenster zum Erkenntnisprozess?

Eine naturwissenschaftliche Grundbildung umfasst auch das Verständnis dafür, wie Wissenschaft arbeitet. Digitale Medien ermöglichen heute Einblicke in und sogar die Beteiligung an Forschung in den Naturwissenschaften. Sind digitale Medien also ein Fenster zum Erkenntnisprozess in den Naturwissenschaften? Anhand von „Metaphern“ wird diskutiert, inwiefern digitale Medien Lern- und Entwicklungsprozesse zu einem Wissenschaftsverständnis (z.B. Wissenschaftliches Denken und Einstellungen zu Naturwissenschaften) in formalen aber auch in informellen Kontexten unterstützen können. Die diskutierten Beispiele reichen über die Biologie in andere naturwissenschaftliche Disziplinen hinaus.

Fällt aus Prof. Dr. Christian Filk, Europa-Universität Flensburg

Inklusiv-digitale Forschung in der Bildungswissenschaft –
Zur Modellierung eines neuen transdisziplinären Paradigmas

Der Vortrag tritt offensiv für eine inklusiv-digitale Bildung ein. Im strukturellen Umbruch zur wissensbasierten Netzwerkgesellschaft wird der konzeptuell-programmatische Ansatz einer Partizipation für alle Menschen postuliert. Auf Basis des inter-, mithin transdisziplinären Forschungsstands werden Positionen vor allem der Allgemeinen Pädagogik, Schul-, Medien- und Sonderpädagogik sowie der Medieninformatik mit Blick auf Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie Schulkultur strukturell gekoppelt. Inklusive Bildung wird 'medial' und Medienbildung 'inklusiv' begriffen. In Form von Leitthesen werden zentrale Eckpunkte eines interprofessionellen, transdisziplinären Forschungs- und Umsetzungsprogramms formuliert und Problemimplikationen diskutiert.

08.07.2020, 16:15 Uhr Prof. Dr. Alexandra Budke, Universität zu Köln

Mündige Nutzung digitaler Medien im Schulunterricht

SchülerInnen werden im Alltag mit digitalen Medien konfrontiert, die von unterschiedlichen Interessengruppen entworfen wurden, die nicht selten das Ziel der Beeinflussung der NutzerInnen auch durch Manipulation und fake news haben.

Daher ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass die kritische und reflektierte Nutzung digitaler Medien im Schulunterricht geübt wird, damit SchülerInnen als mündige BürgerInnen gesellschaftliche Diskurse verstehen und sich an ihnen beteiligen können.

Im Vortrag werden aktuelle Ergebnisse aus drei Forschungsprojekten in diesem Themengebiet präsentiert:

  1. Die Analyse von gesellschaftlich diskutierten aktuellen Themen wie Klimawandel, Stadtentwicklung und Migration in kommerziellen Strategiespielen, welche die Lernvoraussetzungen der SchülerInnen beeinflussen (Teilprojekt von DISPIELGEO, BmBf)

  2. Analyse der Fähigkeiten von SchülerInnen zur Formulierung von Argumentationen auf der Grundlage der Internetrecherche

  3. Konzeption eines Bildungsmoduls zur mündigen Nutzung von Geomedien für die LehrerInnenbildung (DIGEO, Bmbf)

Abschließend werden mögliche Konsequenzen aus den Ergebnissen für Schule (hier vor allem Geographieunterricht) und Hochschule gezogen.

Zur Anmeldung

15.07.2020, 16:15 Uhr Prof. Dr. Jochen Kuhn, TU Kaiserslautern

Experimentieren mit Smartphone & Co. in Schule und Hochschule: Effektivität beim Lernen mit mobilen Medien von heute und morgen in Physik

Obwohl Experimente in den Naturwissenschaften eine Schlüsselrolle beim Lernen spielen, sind Studien über die Wirksamkeit der Integration digitaler Werkzeuge in experimentelle Lernprozesse immer noch selten, insbesondere für reale Lehr- und Unterrichtsszenarien. Insbesondere weisen aktuelle Forschungsbefunde auf die Notwendigkeit theoriegeleiteter empirischer Studien in ökologischer Validität hin. Vor diesem Hintergrund wird in dem Vortrag einerseits ein Überblick über quasi-experimentelle Studien mit Versuchs-Kontrollgruppen Design zum Einsatz von Smartphones und Tablet-PC als mobile Mini-Labore im Physikunterricht der Sek.-Stufe II sowie der Studieneingangsphase berichtet. Ergebnisse zeigen Effektstärken von mittlerer Größe zugunsten der Versuchsgruppen, in denen die lernenden mit digitalen Medien als mobile Mini-Labore arbeiteten. Andererseits stellt der Vortrag ebenso Ergebnisse erster experimenteller Studien mit Versuchs-Kontrollgruppen Design zum Lernen mit Augmented Reality-Visualisierungen in naturwissenschaftlichen Laborpraktika der Studieneingangsphase vor. Neben Produktbasierten Messverfahren werden ebenso prozessbasierte Analyseergebnisse mittels Eyetracking berichtet. Theoretisch verortet werden jeweils Studien im Rahmen des Lernen mit multiplen externen Repräsentationen und der Cognitive Theory of Multimedia Learning.