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2026-02-03 | Vorstellungen
Vorstellungen

FIW-Hochspannungslabor


FIW/eventfotograf.in

Begleiter Meilenstein bei HVDC-Kabelgarnituren

Der Netzausbau braucht zuverlässige HGÜ-Komponenten

Der Umbau der Energieversorgung erfordert nicht nur erneuerbare Erzeugung, sondern auch den möglichst verlustarmen Transport elektrischer Energie über große Distanzen. Hier gilt die Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ/HVDC) als Schlüsseltechnologie. Großvorhaben wie SuedLink verdeutlichen die Dimension: Die Verbindung besteht aus zwei Gleichstromleitungen, wird überwiegend als Erdkabel realisiert und soll ab 2028 ans Netz angeschlossen werden.

Wichtig für den Realbetrieb solcher Trassen ist die Verbindungstechnik: Da sehr lange Kabelstrecken nicht am Stück gefertigt und transportiert werden können, werden Teilabschnitte über Muffen und Kabelendverschlüsse verbunden. Diese Komponenten (Kabelgarnituren) sind damit kritische Betriebsmittel für die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von HGÜ-Kabelsystemen.

Auftragsforschung am ETS: PFISTERER und UDE arbeiten über Jahre zusammen

In diesem Kontext hat das Hochspannungslabor des Fachgebiets „Energietransport und -speicherung“ (ETS) die PFISTERER Kontaktsysteme GmbH im Rahmen einer mehrjährigen Auftragsforschung unterstützt. Die Kooperation zielte darauf, messtechnische Herausforderungen im Entwicklungs- und Qualifizierungsprozess von HVDC-Kabelgarnituren zu bewältigen. Grundlage dafür waren die ausgewiesene Expertise des Laborteams sowie die nachweisliche Zuverlässigkeit der Prüf- und Messinfrastruktur, u.a. belegt durch eine fast 20-jährige Akkreditierung.

Meilenstein: Erfolgreicher Typtest

Der erreichte Meilenstein: PFISTERER hat im Hochspannungslabor für die 320-kV-Gleichspannungsebene einen Typtest nach der international anerkannten Norm IEC 62895 erfolgreich abgeschlossen. PFISTERER berichtet, dass ein komplettes 320-kV-HVDC-Kabelsystem geprüft wurde – u.a. mit zwei fluidgefüllten Freiluftendverschlüssen (Verbundisolatoren), einer Aufziehmuffe (Slip-on Joint) mit Muffenkörper sowie einem Hochspannungskabel. Als nächster Schritt wird eine Präqualifizierungsprüfung zur Absicherung der Langzeitstabilität genannt. Damit wurde die Zuverlässigkeit der Betriebsmittel unter normbasierten Prüfbedingungen bestätigt – ein wichtiger Beitrag, um HGÜ-Komponenten für den weiteren Netzausbau systematisch zu qualifizieren.

Dank und Anerkennung

Die FIW gratuliert dem ETS-Fachgebiet und PFISTERER zu diesem Erfolg und dankt dem Team des Hochspannungslabors sowie allen Beteiligten.