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Förderpreis für Nachwuchsforscher: Studienergebnisse könnten Chemotherapie effizienter machen

[26.03.2021] Der Essener Nachwuchswissenschaftler Laurèl Rauschenbach erhält den diesjährigen Preis der Deutschen Akademie für Neurochirurgie (DANC) für einen wissenschaftlichen Beitrag von herausragender Qualität auf dem Gebiet der Hirntumorforschung. Mit einer langjährigen Studie haben Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK), Partnerstandort Essen/Düsseldorf, zeigen können, dass ein medizinisch bereits anderweitig genutzter Wirkstoff die Effizienz einer standardisierten Chemotherapie verbessern kann. Die Ergebnisse wurden im renommierten Publikationsorgan der European Organisation for Research and Treatment of Cancer publiziert.*

So könnten von den Studienergebnissen künftig Menschen profitieren, die an einem Glioblastom leiden. Das Glioblastom zählt zu den häufigsten und bösartigsten Hirntumoren und die Lebenserwartung von Betroffenen beträgt trotz Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie in den meisten Fällen nur wenige Monate.

Zusammen mit Forschenden der Universität Bonn konnte das Team zeigen, dass die Zugabe von Ritonavir die Wirkung einer standardisiert verabreichten Chemotherapie verstärken kann. „Wir beobachten eine verminderte Tumorzellteilung und ein besseres Ansprechen auf die konventionelle Glioblastomtherapie“, erläutert Laurèl Rauschenbach. „Ich freue mich sehr, dass sein außerordentliches Engagement mit solch einer renommierten Auszeichnung gewürdigt wird“, sagt Prof. Dr. Björn Scheffler vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK). Er ist Leiter des Forschungsteams, DKTK-Professor für Translationale Onkologie mit Schwerpunkt Neuroonkologie an der UDE, Partnerstandort Essen/Düsseldorf und Abteilungsleiter am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Rauschenbach ist ein sogenannter Clinician Scientist – Arzt und Wissenschaftler zugleich. Der 28-Jährige arbeitet einerseits als Assistenzarzt in der Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie der Universitätsmedizin Essen und forscht andererseits in der Abteilung für Translationale Neuroonkologie am Westdeutschen Tumorzentrum in Essen. Seit 2020 nimmt er zudem an einem DKTK-Stipendiatenprogramm teil. Clinician Scientists wie er versuchen, neue medizinische Erkenntnisse schnellstmöglich am Krankenbett anzuwenden. Die Ergebnisse ihrer Forschung sollen Patientinnen und Patienten unmittelbar zugutekommen.

Damit klinisch arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfolgreich sein können, bedarf es auch verständnisvoller Betreuer und Förderer wie Prof. Dr. Ulrich Sure, Direktor der Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie. „Es ist sehr wichtig, dass wir unseren Assistenzärztinnen und -ärzten genügend Raum zur Entfaltung geben. Wir müssen alles dafür tun, dass sie neben der chirurgischen Tätigkeit noch genügend Ressourcen haben, um ihren Forschungsprojekten nachgehen zu können“, betont Sure.

Auch die Medizinische Fakultät der UDE unterstützt Clinician Scientists im Rahmen der DFG geförderten „Universitätsmedizin Essen Clinician Scientist Academy“ (UMEA).** UMEA ermöglicht den Teilnehmenden, sich in der einen Hälfte der Arbeitszeit ganz auf ihre Forschungsvorhaben zu konzentrieren. Zudem werden sie durch erfahrene Mentorinnen und Mentoren begleitet und profitieren von dem begleitenden fachspezifischen und fachübergreifenden Qualifizierungsprogramm.

* Link zur Originalpublikation: http://doi.org/10.1016/j.ejca.2020.09.017,
„Drug repositioning of antiretroviral ritonavir for combinatorial therapy in glioblastoma“

** Details zur UMEA und dem Bewerbungsverfahren: http://www.uni-due.de/med/umea

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