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Land NRW fördert Projekt zum maschinellen Lernen bei Bewegungsstörungen

[08.11.2017] „RehaBoard - Ein Computerassistenz-System für die Behandlungsplanung bei Gangstörungen nach Schlaganfall“ ist einer von neun Gewinnern des Leitmarktwettbewerbs "LifeSciences.NRW 2016"



Die frühe Rehabilitation von Schlaganfallpatienten ist entscheidend zur Wiedererlangung der sozialen Teilhabe. Vergleichbar mit einer Tumorboard, in dem verschiedene Fachdisziplinen individuell über die Therapie eines Patienten beraten, werden im RehaBoard™ interdisziplinäre Konzepte zur Behandlung von Patienten mit Bewegungsstörungen erarbeitet. Ein Projekt auf diesem Gebiet, an dem auch das Universitätsklinikum Essen beteiligt ist, fördert nun das Land Nordrhein-Westfalen aus dem Europäischen Entwicklungsfond (EFRE) mit einer Gesamtsumme von über 1,3 Millionen Euro (EFRE-0800948). Die Arbeitsgruppen des Konsortiums setzt sich zusammen aus:

• ITBB GmbH als Konsortialführer (Prof. Dr. Kecskeméthy)
• Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Düsseldorf (Prof. Dr. Dr. Hefter)
• Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen (Prof. Dr. Jäger)
• Fachklinik Rhein Ruhr MediClin, Essen (Prof. Dr. Siebler)
• Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften der Hochschule für Gesundheit, Bochum (Prof. Dr. Zietz)
• Lehrstuhl für Mechanik und Robotik, Universität Duisburg-Essen (Dr. Geu, Dr. Raab)

Das Konsortium entwickelt erstmals neue interdisziplinäre ganzheitliche Behandlungsaspekte für die personalisierte Therapiesteuerung bei Gangstörungen. Dies geschieht zusammen mit einer computergestützten Assistenzumgebung für die synergistische Behandlungsplanung („RehaBoard-X“) zur Ideenfindung und Objektivierung mittels klinisch maßgeschneiderten Tools wie 3D-Visualisierung und „Was-Wenn“-Simulationen. Durch das Projekt sollen innovative, auf den Patienten zugeschnittene „Multi“-Therapien personalisiert gestaltet und aus den daraus resultierenden Therapieerfolgen die Teilhabe der Patienten am gesellschaftlichen Leben insgesamt deutlich verbessert werden. Die durch maschinelles Lernen erarbeiteten Algorithmen sollen es zukünftig möglich machen, dass auf Basis einer instrumentierten Bewegungsanalyse standortunabhängige valide Empfehlungen zur Therapie bei Patienten mit Bewegungsstörungen zur Verfügung gestellt werden können.

Das Projekt hat sich als einer von neun Gewinnern des Leitmarktwettbewerbs "LifeSciences.NRW 2016" gegen 51 eingereichte Verbundanträgen durchgesetzt. Es wird vom Land Nordrhein-Westphalen und der Europäischen Union gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie unter diesem http://www.leitmarktagentur.nrw/aktuelles?cmd=showDetail&id=60