Meldungen aus der Medizinischen Fakultät

Essener Hautkrebsforscherin Dr. med. Elisabeth Livingstone mit Wissenschaftspreis des Deutschen Ärztinnenbundes ausgezeichnet

[25.09.2015] Im Rahmen des 34. Wissenschaftlichen Kongresses des Deutschen Ärztinnenbundes (DÄB) am 18. und 19 September 2015 in Düsseldorf wurde der renommierte Wissenschaftspreis des DÄB verliehen. Den erstmals mit 5.000 Euro dotierten Preis, der im zweijährigen Turnus seit 2001 vergeben wird, teilten sich in diesem Jahr Dr. med. Elisabeth Livingstone aus Essen und Dr. med. Jelena Korney aus Leipzig.

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Dr. Livingstone wies nach, dass es bei Hautkrebs-Patientinnen und Patienten, die unter Melanomen leiden, abhängig vom Geschlecht Unterschiede im Überleben bei der Einnahme bestimmter Medikamente gibt.

Dr. med. Jelena Kornej, Assistenzärztin in der Abteilung für Rhythmologie am Herzzentrum Leipzig, ging der Fragestellung nach, ob es zwischen Männern und Frauen einen Unterschied in der Zahl von thrombembolischen Komplikationen nach Linksherz-Kathetereingriffen gibt.

Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk, Vizepräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes e.V.: „Die Arbeit der Preisträgerin des Wissenschaftspreises des DÄB 2015 Dr. med. Elisabeth Livingstone ist ein weiteres Beispiel für die Notwendigkeit, nach Geschlechterunterschieden in der Medizin zu suchen und dadurch die Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern."

In einer großen epidemiologischen Studie untersuchte Dr. Elisabeth Livingstone zusammen mit Wissenschaftlern aus den Niederlanden, ob die gelegentliche Einnahme von Statinen, die häufig als Cholesterinsenker eingesetzt werden, Einfluss auf die Tumorerkrankung von Patienten mit Hautkrebs-Melanomen hat. Bezüglich der Gesamtheit der untersuchten Patienten war zunächst kein Effekt nachweisbar. Erst als die Forscher diese in Bezug auf ihr Geschlecht in zwei Gruppen unterteilten, fiel auf, dass mit Statinen behandelte Männer bessere Überlebensaussichten haben. Ihr Vorteil lag nach drei Jahren bei 91 Prozent gegenüber den Nichtnutzern mit 80,5 Prozent. Dieser Effekt blieb bei den Frauen dagegen aus. Aktuell werden die so gewonnenen Erkenntnisse an Melanomzelllinien an der Hautklinik am UK Essen von Dr. med. Livingstone und PD Dr. med. Bastian Schilling weiter untersucht, um gegebenenfalls möglichst rasch zu einer Verbesserung der Melanomtherapie beizutragen. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass sich der Geschlechterunterschied auch im Labor bestätigen lässt.


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Eingestellt von: Christine Harrell, christine.harrell@uk-essen.de