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Prof. Dr. Henning Reis kehrt zurück – Molekularpathologie als strategischer Motor für Essen
[12.02.2026] Prof. Dr. Henning Reis übernimmt die ärztliche Leitung der Molekularpathologie im Institut für Pathologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Der 44-jährige Pathologe wird zugleich kooperativ stellvertretender Direktor (mit Prof. Dr. Hideo Baba) des Instituts. Mit seiner Rückkehr gewinnt der Medizinstandort Essen einen ausgewiesenen Experten für präzisionsmedizinische Tumordiagnostik. Essen ist ihm bestens vertraut: Er studierte hier Medizin und arbeitete bereits 12 Jahre im Institut für Pathologie – zuletzt als Funktionsoberarzt. Prof. Dr. Reis kommt vom Dr. Senckenbergischen Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Dort war er Geschäftsführender Oberarzt und Professor für Molekulare Pathologie.
Im Zentrum seiner aktuellen Arbeit steht neben der bereits etablierten molekulardiagnostischen Krankenversorgung die molekularpathologische Umsetzung des bundesweiten Modellvorhabens zur Genomsequenzierung bei Krebserkrankungen. In diesem Rahmen ist der Essener Standort für seltenen Erkrankungen bereits stark durch die Leistung des Instituts für Humangenetik vertreten. Im Modellvorhaben Genomsequenzierung für onkologische Erkrankungen wird das gesamte Erbgut (Genom) oder ein großer genomischer Anteil (Exom) eines Tumors analysiert. Ziel ist, krankheitsrelevante Veränderungen präzise zu identifizieren und Therapien passgenau auszuwählen. Damit positioniert sich Essen noch stärker in der personalisierten Krebsmedizin. Die Molekularpathologie wird zur Schaltstelle zwischen Diagnostik, klinischer Entscheidungsfindung und Forschung.
Neue Diagnostik: Weniger Belastung für Betroffene
Prof. Dr. Henning Reis wird neue molekulare Diagnoseverfahren einführen und etablieren. Ein Schwerpunkt ist die Flüssigbiopsie. Diese Methode weist Tumorbestandteile im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten nach und ermöglicht eine Diagnostik ohne operative Gewebeentnahme. Das Verfahren kann Therapieverläufe engmaschig überwachen und Rückfälle früher erkennen. Gleichzeitig treibt er die Digitalisierung der Pathologie mit voran. Digitale Bildanalyse und strukturierte Datenauswertung schaffen die Grundlage für schnellere, standardisierte und standortübergreifende Befundungen.
Nationale Netzwerke stärken, internationale Kooperationen ausbauen
Ein strategisches Ziel ist der Ausbau der Essener Rolle in molekular gesteuerten Forschungsverbünden wie dem nationalen Netzwerk Genomische Medizin (nNGM) oder dem Deutschen Netzwerk für Personalisierte Medizin (DNPM). Solche Verbünde konzentrieren Expertise, standardisieren Diagnostik und beschleunigen den Transfer neuer Erkenntnisse in die Versorgung. Darüber hinaus möchte Prof. Dr. Reis das internationale Forschungsnetzwerk in der molekularen Diagnostik und der Uro-Onkologie erweitern. Damit erhöht der Standort seine Sichtbarkeit im internationalen Wettbewerb.
Forschungsschwerpunkte in der Uro-Onkologie
Wissenschaftlich konzentriert sich Professor Reis auf solide Tumoren, insbesondere auf Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts. Ein besonderer Fokus liegt auf Harnblasenkrebs sowie auf dem seltenen Urachuskarzinom, einer speziellen Tumorform im Bereich der Harnblase. Ziel ist, molekulare Veränderungen besser zu verstehen und neue diagnostische sowie therapeutische Ansätze abzuleiten.
Nachwuchsförderung als Kernaufgabe
Neben Forschung und Diagnostik möchte Prof. Dr. Reis die molekularpathologische Lehre ausbauen. Die strukturierte Weiterbildung junger Ärzt:innen sieht er als entscheidend für die Zukunft des Faches. Mit seiner Rückkehr setzt die Universitätsmedizin Essen ein deutliches Signal: Die Molekularpathologie wird als strategischer Motor für Präzisionsmedizin, Vernetzung und translationale Krebsforschung gestärkt. Der Standort gewinnt damit weiter an Profil im nationalen und internationalen Wettbewerb.
Prof. Dr. Henning Reis hat an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen die W3-Professur für Molekulare Pathologie inne. (© Universitätsklinikum Essen)
Pressekontakt
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Martin Rolshoven, Dipl.-Medienwirt, Wissenschaftsredakteur, Tel.: +49 (0)201/723-6274, martin.rolshoven@uk-essen.de
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