Meldungen aus der Medizinischen Fakultät
Willkommen in unserem Pressebereich. Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser Seite.
Krebsnachsorge mit KI: Neues System soll kardiovaskuläre Nebenwirkungen früher erkennen
[26.02.2026] Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert ein neues Verbundprojekt zur Krebsnachsorge, an dem Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen maßgeblich beteiligt sind. Unter dem Namen I-CHECK-HEART entwickeln sie ein KI-gestütztes System, das bei Betroffenen die Nebenwirkungen auf Herz und Kreislauf früher erkennen soll. Die Förderung beläuft sich auf rund 1,8 Millionen Euro, und mehr als eine Million Euro davon fließen an den universitätsmedizinischen Standort Essen. Die Unterstützung beginnt am 1. März 2026 und läuft drei Jahre.
Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts I-CHECK-HEART steht eine digitale Lösung für Krebspatient:innen, die mit sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren behandelt werden. Solche Immuntherapien aktivieren das eigene Abwehrsystem gegen Krebs. Sie retten Leben. Doch sie können auch das Herz angreifen. Dort setzen die Forschenden an. Sie möchten Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen so früh wie möglich erkennen, eng überwachen und notwendige Nachsorgemaßnahmen individuell steuern.
Der Kern des Projekts ist ein KI-gestütztes System. Künstliche Intelligenz wertet große Datenmengen sehr schnell aus und kann auch Muster erkennen, die einem Menschen verborgen bleiben würden. Sensoren erfassen Vitaldaten wie Puls oder Herzrhythmus, und eine Gesundheits-App begleitet die Betroffenen im Alltag. Dies stärkt ihre Gesundheitskompetenz und ermöglicht Selbstmanagement. So entsteht eine kontinuierliche Betreuung – auch zwischen Klinikbesuchen.
I-CHECK-HEART steht für „Immuncheckpoint-Inhibitor assoziierte kardio-onkologische Nachsorge durch Künstliche-Intelligenz-gestützte Technologien“. Die Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Essen leitet das Projekt federführend, koordiniert von PD Dr. Raluca Ileana Mincu, PhD, und Prof. Dr. Dr. h.c. Tienush Rassaf. Die Co-Leitung des Projektes hat die Klinik für Dermatologie inne, vertreten durch Prof. Dr. Lisa Zimmer, Prof. Dr. Dr. Alpaslan Tasdogan, MHBA und Prof. Dr. Dirk Schadendorf, die ihre umfassende Expertise in der Immuntherapie einbringen. Die Klinik für Palliativmedizin ergänzt das interdisziplinäre Konsortium mit Prof. Dr. Mitra Tewes, die insbesondere Aspekte der Lebensqualität und patientenzentrierten Versorgung in das Projekt integriert.
Die Verbundpartner:innen
Zu den Konsortialpartner:innen gehören Fimo Health (Tim Fellerhoff) zur Konzeptionierung und Entwicklung der I-CHECK-HEART-App, die auf die Wissensvermittlung von Gesundheitskompetenzen und die Verbesserung des Selbstmanagements der Patient:innen abzielt, das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme Duisburg (Caroline Ressing, Prof. Dr.-Ing. Karsten Seidl) zur KI-basierten Sensor- und Vitaldatenanalyse sowie das Forschungszentrum Jülich (Prof. Dr. Jürgen Dukart) für die fortgeschrittene KI-gestützte Datenintegration und prädiktive Modellierung. Zudem werden am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS e. V., Dortmund (Prof. Dr. Albert Sickmann) OMICS-basierte Analyseverfahren für patientenspezifische molekulare Profile aus Blutplasma zur Identifikation neuer Biomarker entwickelt.
Weitere Informationen:
PD Dr. Raluca Ileana Mincu, PhD, Universitätsklinikum Essen, Westdeutsches Herz- und Gefäßzentrum, Klinik für Kardiologie und Angiologie, raluca-ileana.mincu@uk-essen.de, Tel. 0201/723-83720
Prof. Dr. Lisa Zimmer, Universitätsklinikum Essen, Hauttumorzentrum, Klinik für Dermatologie, lisa.zimmer@uk-essen.de, Tel. 0201/723-83270
(© BMFTR)
(© BMFTR)
Pressekontakt
Sie möchten in Zukunft automatisch über Neuigkeiten aus der Medizinischen Fakultät der UDE informiert werden? Dann abonnieren Sie hier unsere regelmäßigen Newsletter: die „Mitteilungen des Dekans“, den „Forschungsboten“ und das „YoungScientistUpdate“.
Martin Rolshoven, Dipl.-Medienwirt, Wissenschaftsredakteur, Tel.: +49 (0)201/723-6274, martin.rolshoven@uk-essen.de
Dr. Milena Hänisch, Wissenschaftsredakteurin, Tel.: +49 (0)201/723-1615, milena.haenisch@uk-essen.de