Meldungen aus der Medizinischen Fakultät

Essen und Fukushima: Gemeinsame Konferenz zu Strahlentherapie und Medizin-Robotern

[31.08.2016] Am 1. und 2. September findet an der Medizinischen Fakultät der UDE am UK Essen eine große deutsch-japanische Medizin-Konferenz zu den Themen Strahlentherapie und Robotik statt.

Beim „1st NRW-Fukushima Joint Symposium on Advances in Medicine“ erörtern hochrangige Wissenschaftler beider Länder aktuelle Entwicklungen in diesen Bereichen.

Der Einzug von Robotern in die Operationssäle, ihr Einsatz bei der Betreuung von Patienten und die Vermittlung von Grundkennnissen über Roboter an zukünftige Ärzte bilden einen Schwerpunkt des ersten Konferenztages. Der Nachmittag ist dem Wiederaufbau der Region Fukushima nach der Katastrophe im Jahr 2011 gewidmet. Im Mittelpunkt steht hier die Rede des Vize-Gouverneurs der Präfektur Fukushima, Toshiyuki Hata. Am zweiten Tag steht die Strahlentherapie mit Partikeln im Fokus. So berichten Ärzte und Forscher aus Japan, die zum Teil in Essen ausgebildet wurden und am UK Essen gearbeitet haben, beispielsweise über die neuesten Entwicklungen der Bor-Neutroneneinfangtherapie in Japan.

Die Medizinische Fakultät am UK Essen und die Southern Tohoku General Hospital Group (STGHG) in der japanischen Präfektur Fukushima haben vor zwei Jahren vereinbart, in Forschung und klinischer Therapie eng zusammenzuarbeiten. Ziel ist es unter anderem, gemeinsame Studien durchzuführen und den Austausch von Wissenschaftlern, Ärzten, Medizin-Physik-Spezialisten und weiteren Expertengruppen im Gesundheitswesen zwischen beiden Ländern zu fördern. Außerdem findet ein kontinuierlicher Wissenstransfer in Bezug auf Erfahrungen in der Patientenbehandlung statt. Im Mittelpunkt stehen die Strahlentherapie und insbesondere die Entwicklung der sogenannten „Bor-Neutroneneinfangtherapie“ (BNCT), die zur gezielten Behandlung von Tumoren eingesetzt wird. Bei der Bor-Neutroneneinfangtherapie „laden“ Forscher und Ärzte Tumorzellen mit Bor-Atomen auf und bestrahlen das Gewebe im Anschluss mit Neutronen. So können Tumorzellen gezielt vernichtet werden, ohne dass umliegende Zellen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen und das UK Essen verfügen über vielfältige weitere Verbindungen zu universitären Partnern in Japan. So forschen Essener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Expertinnen und Experten des Universitätsklinikums im japanischen Tsukuba im Rahmen eines Kooperationsvertrages seit 2015 für zunächst fünf Jahre im Bereich der Strahlentherapie, insbesondere auf dem Gebiet der gezielten Behandlung von Tumoren. Seit 2015 besteht zudem eine Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Essen und dem Unternehmen QD Laser, Inc., Kawasaki/Japan.

Zum Programm: http://veranstaltungen.uk-essen.de/japanese-and-german-cutting-edge-technologies-for-patient-care/