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Preis für Essener Forscher: Lungenkrebs präziser und effizienter erkennen
[08.04.2026] Dr. Erik Büscher ist mit dem Forschungspreis für klinische Medizin der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin ausgezeichnet worden. Sie würdigt seine Forschungsreihe zu einer präziseren und zugleich ressourcenschonenden Diagnostik von Veränderungen im Lungengewebe. Die Reihe entstand mit Unterstützung durch Förderprogramme der Universitätsmedizin Essen Academy UMEA. Dr. Büscher ist Clinician Scientist an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen sowie Assistenzarzt in Weiterbildung an der Klinik für Pneumologie der UME - Ruhrlandklinik.
Im Zentrum seiner Arbeiten stehen Lungenrundherde. Das sind kleine Verdichtungen im Lungengewebe, die häufig in Computertomografien (CT) entdeckt werden. Ärzt:innen müssen beurteilen, ob diese Veränderungen gutartig oder bösartig sind und welche Diagnostik eingeleitet werden sollte. Das Team um Dr. Büscher hat verschiedene Ebenen entlang der diagnostischen Kette untersucht.
In einer Studie zeigten sie, dass eine neue CT-Technik – das Photon-Counting-CT – hochauflösende Bilder bei deutlich geringerer Strahlenbelastung ermöglicht. Diese Daten können für KI-gestützte präzise virtuelle 3D-Rekonstruktionen der Atemwege genutzt werden, die während einer Bronchoskopie als Navigationshilfe dienen. Perspektivisch könnten so mehrere Untersuchungsschritte gebündelt werden. Das spart Zeit, Kosten und reduziert die Strahlenbelastung.
Mit einer weiteren Innovation, dem „Essen-Tunnel“, entwickelte das Team eine minimal-invasive bronchoskopische Zugangstechnik für Lungenherde, die keinen zuführenden Atemweg aufweisen. Damit können auch schwer erreichbare Läsionen bronchoskopisch diagnostiziert werden, ohne dass eine Operation oder Punktion durch die Brustwand erforderlich ist.
Ergänzend konnte das Risikomodell LIONS-PREY validiert werden, das federführend von der Thoraxchirurgie der Ruhrlandklinik mit der Uniklinik Köln entwickelt wurde. Es ermöglicht eine präzisere Einschätzung, ob ein Lungenrundherd gutartig oder bösartig ist. Ziel ist, unnötige Eingriffe zu vermeiden und bösartige Veränderungen früher zu erkennen.
„Unsere Arbeiten sind im Zuge einer Projektreihe entstanden, bei der ich durch die UMEA maßgeblich unterstützt wurde. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Dr. Büscher. Seine Projekte könnten insbesondere vor dem Hintergrund des im April gestarteten Lungenkrebs-Früherkennungsprogramms in Deutschland große Bedeutung gewinnen.
Mehr zur Universitätsmedizin Essen Academy UMEA:
http://www.uni-due.de/med/umea
Weitere Informationen:
Dr. Erik Büscher, Universitätsmedizin Essen, Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum, erik.buescher@rlk.uk-essen.de, Tel. 0201/433-01
Redaktion:
Martin Rolshoven, Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Die Urkundenübergabe während des DGP-Jahreskongresses mit Pastpräsident Prof. Dr. Wolfram Windisch (rechts) und dem Preisträger Dr. Erik Büscher (© Mike Auerbach)
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