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Summer School SPIRIT 2026: Forschung zu Geschlecht und psychischer Gesundheit gemeinsam weiterdenken

[27.05.2026] Wie beeinflussen Geschlecht und gesellschaftliche Rollen psychische Erkrankungen? Warum werden Depressionen, ADHS oder Essstörungen je nach Geschlecht unterschiedlich diagnostiziert und behandelt? Und wie kann Forschung dazu beitragen, Therapien gerechter und wirksamer zu gestalten? Zum zweiten Mal in Folge fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die Summer School SPIRIT des Instituts für Geschlechtersensible Medizin (IGSM) der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Die Veranstaltung findet vom 5. bis 9. Oktober 2026 in Essen statt und richtet sich an Studierende sowie Forschende aus dem gesamten Bundesgebiet.

Im Mittelpunkt stehen geschlechtersensible Perspektiven auf psychische Erkrankungen. Untersucht wird, wie sich biologisches Geschlecht (sex) und soziales Geschlecht (gender) auf Diagnose, Krankheitsverlauf und Therapie auswirken. In Vorträgen und interaktiven Workshops diskutieren die Teilnehmenden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und entwickeln neue Behandlungsansätze. Das Programm umfasst zudem eine Zusammenarbeit mit Vertreter:innen von Selbsthilfegruppen sowie mit Simulationspersonen. Ergänzt wird die Summer School durch eine öffentliche Veranstaltung mit einem Vortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz und geschlechtersensible Psychiatrie – Neurobiologische Grundlagen und ethische Herausforderungen“ und eine Posterausstellung, die die Fragestellung der Summer School einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Weitere Informationen sind auf der Website des IGSM verfügbar (https://www.uni-due.de/igsm/).
Die Summer School ist Teil der Research Community Diversity & Society, die in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) die wissenschaftliche Erforschung von Diversität bündelt. Des Weiteren gehört sie zum Forschungscluster „Biomedizinische Forschung und klinische Medizin“ des Essener Kolleg für Geschlechterforschung (EKfG), das als zentrale Forschungseinrichtung der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit allen Fachbereichen, die auf dem Gebiet der Geschlechterforschung aktiv sind, disziplinäre und interdisziplinäre Geschlechterforschung initiiert, koordiniert und betreibt.
Prof. Dr. rer. nat. Anke Hinney, geschäftsführende Leiterin des IGSM Essen, hat die Fördermittel für die Summer School eingeworben. Sie betont: „Damit Menschen aller Geschlechter gleichermaßen von unserem Gesundheitssystem profitieren können, müssen geschlechtsspezifische Unterschiede besser verstanden und konsequent in Prävention, Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden. Dass das BMFTR die Summer School erneut fördert, unterstreicht die hohe Relevanz dieses Forschungsfeldes.“
Psychische Erkrankungen betreffen in Deutschland jedes Jahr mehr als ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung. Dennoch nimmt weniger als jede fünfte betroffene Person professionelle Hilfe in Anspruch. Forschungsergebnisse zeigen zudem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Mädchen und Frauen erkranken häufiger an Depressionen, Angst- und Essstörungen, während Jungen und Männer häufiger von Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen wie Autismus oder ADHS betroffen sind. Unterschiede zeigen sich auch darin, wie Ursachen psychischer Erkrankungen wahrgenommen werden: Frauen führen Beschwerden häufiger auf seelische Belastungen zurück, Männer dagegen eher auf körperliche Faktoren. Außerdem werden Menschen aus bislang unterrepräsentierten Geschlechtsidentitäten in der Forschung noch zu wenig berücksichtigt. Genau hier setzt die Summer School SPIRIT an und möchte bestehende Wissenslücken gezielt adressieren.

Pressekontakt

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