Meldungen aus der Medizinischen Fakultät
Willkommen in unserem Pressebereich. Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser Seite.
Chatbots für die psychische Gesundheit: Neue Studie zeigt Risiken
[25.08.2026] Immer mehr Menschen nutzen KI-Chatbots, um über persönliche und psychische Probleme zu sprechen. Welche Risiken damit verbunden sind, haben Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen untersucht und als Übersichtsartikel in npj Digital Medicine veröffentlicht. Die Forschenden sichteten dafür mehr als 3.100 Veröffentlichungen und werteten 119 Arbeiten detailliert aus.
Die Forschenden haben die Risiken in fünf Kategorien unterteilt: Direkte psychische und psychiatrische Gefahren wie bei Suizidalität, Risiken für Verhalten und Beziehungen wie emotionale Bindungen, Risiken für Denkvermögen und Bildung wie kognitive Abhängigkeit, Sicherheitsrisiken durch das Fehlverhalten von Chatbots wie Fehlinformationen und strukturelle bzw. systemische Risiken wie Datenschutz. Besonders diskutiert werden dabei die Nutzung als Denk- und Lernhilfe, die die Fähigkeit zum kritischen Denken vermindert, die Gefahr einer emotionalen Abhängigkeit und KI-assoziierte Psychosen.
„Besonders kritisch ist der Einsatz bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen oder in Krisensituationen. Hier können die Grenzen zwischen hilfreicher Unterstützung und einer Verstärkung bestehender Probleme verschwimmen“, erklärt so Priv.-Doz. Dr. Alexander Bäuerle, Bereichsleitung klinische Forschung, digitale Gesundheit und Digitalisierung in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR- Universitätsklinik Essen, Universität Duisburg-Essen.
„Gerade weil KI-Chatbots eine niedrigschwellige Unterstützung in vielen Lebenslagen bieten, müssen wir genau hinschauen, wo ihre Grenzen liegen und welche Risiken entstehen können“, so die Autor:innen der Studie. Weiterführende Forschung sei dringend notwendig, um KI-Anwendungen im Bereich der psychischen Gesundheit sicher weiterzuentwickeln.
Link zur Veröffentlichung:
A scoping review on the mental health harms of LLM-based chatbots
Pressekontakt
Sie möchten in Zukunft automatisch über Neuigkeiten aus der Medizinischen Fakultät der UDE informiert werden? Dann abonnieren Sie hier unsere regelmäßigen Newsletter: die „Mitteilungen des Dekans“, den „Forschungsboten“ und das „YoungScientistUpdate“.
Marie-Christine Sassenberg, M.A., Leiterin Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: +49 (0)201/723-6329, Marie-Christine.Sassenberg@uk-essen.de
Martin Rolshoven, Dipl.-Medienwirt, Wissenschaftsredakteur, Tel.: +49 (0)201/723-6274, martin.rolshoven@uk-essen.de
Dr. Milena Hänisch, Wissenschaftsredakteurin, Tel.: +49 (0)201/723-1615, milena.haenisch@uk-essen.de