Meldungen aus der Medizinischen Fakultät
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Neues Lehrkonzept für Palliativmedizin: Lernen, was Menschen am Lebensende brauchen
[18.09.2026] Kleinere Gruppen, mehr Austausch und verschiedene Berufsgruppen: Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen stellt die Lehre in der Palliativmedizin neu auf. Ab dem Wintersemester 2026/2027 lernen Studierende zentrale Themen der Palliativversorgung praxisorientiert und aus unterschiedlichen professionellen Perspektiven kennen. Zusammen mit dem Institut für Allgemeinmedizin haben die Essener Palliativmedizinerinnen Prof. Dr. Mitra Tewes und Dr. Baicy Mathews das neue Lehrkonzept federführend erstellt und die Umsetzung geplant.
„In der Palliativmedizin geht es nicht nur darum, Symptome zu behandeln. Wir müssen Menschen in ihrer gesamten Lebenssituation betrachten“, sagt Prof. Dr. Mitra Tewes, Direktorin der Palliativmedizin der Universitätsmedizin Essen (UME). Ein Schmerz kann nicht nur körperliche Folgen haben, sondern auch Ängste auslösen, soziale Beziehungen belasten oder eine persönliche Krise verursachen.
Weniger Vorlesung, mehr Austausch
Ab dem Wintersemester stehen vier Vorlesungen einem deutlich größeren Seminarangebot gegenüber. In Kleingruppen beschäftigen sich die Studierenden mit den fünf Schwerpunkten „Schmerz“, „Luftnot“, „Kommunikation“, „Advanced Care Planning“ und „Umgang mit Trauer, Tod und Sterben“.
Die Student:innen kommen direkt mit verschiedenen Berufsgruppen aus der Palliativversorgung ins Gespräch. Neben Palliativmediziner:innen der UME, des Instituts für Allgemeinmedizin und der Pneumologie der Ruhrlandklinik sind unter anderem Pflege- und Bewegungswissenschaftler:innen sowie Mitarbeitende der ambulanten Hospizarbeit beteiligt.
Palliativmedizin gehört in jede Fachrichtung
„In jedem Bereich der medizinischen Versorgung wird gestorben“, betont Professorin Tewes. „Und mir ist es ein Anliegen, Studierende zu befähigen, diese Menschen zu begleiten und zu erkennen, wann eine palliative Begleitung initiiert werden sollte.“
Wer die Palliativmedizin praktisch kennenlernen möchte, kann dort zudem eine Famulatur absolvieren, einen verpflichtenden praktischen Ausbildungsabschnitt des Medizinstudiums. Möglich ist weiterhin, ein 16-wöchiges Tertial des Praktischen Jahres in einem palliativmedizinischen Bereich zu verbringen. Als Alternative zu Teilen der neuen Lehrveranstaltungen sind außerdem Hospitationen beim palliativmedizinischen Dienst, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung oder auf der Palliativstation vorgesehen.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Mitra Tewes, Direktorin der Palliativmedizin der Universitätsmedizin Essen, E-Mail-Adresse, Telefon: 0201/723-7262
Redaktion:
Martin Rolshoven, Dekanat der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Auch die Bewegungstherapie ist Teil des neuen interdisziplinären Ansatzes der palliativmedizinischen Lehre. Das Foto zeigt Dr. Nico De Lazzari, Sportwissenschaftler in der Palliativmedizin der UME, mit einer Patientin, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte. (© Stiftung Universitätsmedizin Essen)
Pressekontakt
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