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Neue Datengrundlage für bessere Entscheidungen auf der Intensivstation: 2,8 Millionen Euro für Forschungsverbund REACT
[06.10.2026] Der neue Forschungsverbund REACT (Routine Data Enhanced Analytics for Clinical Trajectories) möchte Routinedaten aus der Intensivmedizin mithilfe Künstlicher Intelligenz für klinische Entscheidungen besser nutzbar machen. Gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt die Universitätsmedizin Essen eine KI-gestützte Entscheidungsunterstützung für Intensivstationen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben seit Oktober 2026 mit rund 2,8 Millionen Euro über drei Jahre. Davon fließen knapp 690.000 Euro nach Essen.
An der Universitätsmedizin Essen verantwortet Dr. René Hosch vom Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin eines der vier Teilprojekte. Der Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen entwickelt darin die technische Grundlage, um unterschiedliche klinische Daten gemeinsam nutzbar zu machen. Dazu werden Vital- und Laborwerte mit Informationen aus klinischen Texten zusammengeführt und nach dem internationalen Interoperabilitätsstandard FHIR so strukturiert, dass sie zwischen unterschiedlichen medizinischen IT-Systemen ausgetauscht und gemeinsam genutzt werden können.
„Die entscheidende Frage ist nicht mehr nur, ob wir leistungsfähige KI-Modelle für die Medizin entwickeln können. Wir müssen sie mit den richtigen klinischen Informationen zur richtigen Zeit versorgen und so in bestehende Daten- und Versorgungsstrukturen integrieren, dass sie tatsächlich nutzbar werden“, sagt Hosch. „In REACT verbinden wir FHIR-basierte Interoperabilität mit moderner KI und Applikationsentwicklung, um sowohl strukturierten Daten als auch wertvolle Informationen aus klinischen Texten zu erschließen und nutzbar zu machen.“
Auf dieser Datenbasis entstehen zwei Anwendungen für die Intensivmedizin: Ein Dashboard soll die leitliniengerechte Antibiotikatherapie unterstützen, ein weiteres frühzeitig auf eine drohende Kreislaufinstabilität hinweisen. Die Systeme sollen ihre Einschätzungen nachvollziehbar darstellen und die klinische Entscheidungsfindung unterstützen.
REACT wird gemeinsam von der Universitätsmedizin Essen und der Charité umgesetzt. Die Konsortialleitung übernimmt Dr. Elias Grünewald von der Charité; die beiden klinischen Teilprojekte werden von Dr. Mirja Mittermaier und Dr. Nils Daum, ebenfalls von der Charité, geleitet. Wichtige Projektkomponenten sollen als Open-Source-Software veröffentlicht und so perspektivisch auch weiteren Universitätskliniken zur Verfügung gestellt werden.
Details zum Verbundprojekt: http://react-cdss.de
Zur Pressemitteilung der Charité – Universitätsmedizin Berlin:
http://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/intensivmedizin_mit_ki_unterstuetzung_zuverlaessiger_entscheiden
Weitere Informationen:
Dr. rer. medic. René Hosch, Universitätsmedizin Essen, Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin, E-Mail-Adresse
Redaktion:
Martin Rolshoven, Dekanat der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Dr. René Hosch vom Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin verantwortet eines von vier Teilprojekten. (© UME, IKIM)
(© BMFTR)
Pressekontakt
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