Am 17. Oktober hat Herr Arno Barth auf der internationalen Konferenz "Global War, Global Connections, Global Moments" vortragen. Sein Vortrag unter dem Titel "Nothing should be left to chance - Regulatory Models of Western Peace Planing"  im Panel XII "A New Order - international Law and Relations" wurde aufgezeichnet (Video) und kann hier abgerufen werden. Weitere Informationen zu der Konferenz finden Sie hier.

Abstract der Dissertation „An inevitable method in the circumstances“ ? – Der lange Weg des Westens zum Bevölkerungsaustausch von Lausanne

Die Dissertation zeichnet den Weg zur Lausanne Konvention von 1923 nach, durch die ein obligatorischer Bevölkerungsaustausch erstmals international sanktioniert wurde.

Der erste Teil der Arbeit zeigt, dass (insbesondere irredentistische) Minderheiten im frühen 20. Jahrhundert als Bedrohung der internationalen Ordnung rezipiert wurden und wie die alliierten Entscheidungsträger im Ersten Weltkrieg und den darauffolgenden Jahren mit diesem Risiko  umgingen. Er dokumentiert den Möglichkeitshorizont alliierter Friedensplanung während des Krieges und den kreativen Umgang der Friedensplanung mit Zeitlichkeit. Anschließend wird gezeigt, wie Handlungsoptionen sukzessive ausschieden und sich der Möglichkeitshorizont insofern schloss, bis eine Festlegung auf ethnohomogene Staaten lediglich noch die Alternative offenließ, selbige durch Minderheitenschutz und/oder Bevölkerungstransfers abzusichern.

Der zweite Teil vollzieht die dramatische Entwicklung in Kleinasien nach Weltkriegs-Ende nach, in der forsche griechische Forderungen, impulsive Entscheidungen der Friedenskonferenz und energischer türkischer Widerstand zu einem lokalen Anschlusskrieg führten. Zudem wird hier geschildert, wie die neue multilaterale Organisation des Völkerbundes sich zunächst vergeblich um eine regionale Befriedung mühte. Nach der faktenschaffenden Vertreibung der kleinasiatischen Griechen im Herbst 1922 einigten sich Griechenland und die Hauptalliierten schließlich unter der Moderation von Flüchtlingskommissar Fritjof Nansen mit der kemalistischen Türkei auf den verpflichtenden Austausch der jeweiligen ethnoreligiösen Minderheiten.

Curriculum Vitae Lebenslauf

  • 2001-2004 Ausbildung zum Industriekaufmann
  • 2004-2005 Kaufmännischer Sachbearbeiter
  • 2005-2012 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und der Niederländischen Studien an der Universität Duisburg-Essen mit dem Abschluss Magister Artium (Stud. Hilfskraft u.a. am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und am Lehrstuhl für Landesgeschichte der Rhein-Maas-Region, Historisches Praktikum: Erstellung einer Festschrift im Auftrag des Integrationsministeriums der Landesregierung Nordrhein-Westfalens)
  • 2013-2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Graduiertenkolleg 1919 „Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln
  • Seit 2012: Historiker (freiberuflich) u.a. im Auftrag des Deutschen Historischen Museums Berlin, des Institutes für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung, der Lern- und Bildungsakademie Mönchengladbach sowie des Geschichtsbüro Reder, Roeseling und Prüfer.
  • Seit 2017: Freiberufliche Tätigkeiten im Bildungsbereich: Geschichtslehrer an der Volkshochschule Mönchengladbach und der Volkshochschule Düsseldorf sowie Fachkraft für Potenzialanalysen für die Bildungszentren des Baugewerbes e.V.

Veröffentlichungen

  • Die „Elf für´n Niederrhein“? – Legendenbildung um Borussia Mönchengladbach und deren Auswirkungen auf die Regionalentwicklung (mit Sven Ehlert), in: Jörg Engelbrecht †/Simone Frank/Ralf-Peter Fuchs/Christian Krumm (Hrsg.): Rhein-Maas. Geschichte, Sprache und Kultur, Jg. 7 (2017): Vom Minnesang zur Popkultur, in der Veröffentlichung, S. 131-155.
  • Die Geschichte der Hochschule Niederrhein zwischen Bildungslandschaft und Regionalentwicklung. In: Niederrhein-Magazin, Zeitschrift der Niederrhein-Akademie/Academie Nederrijn e.V. und des Instituts für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung, Jg. 11 (2016), Heft 2, S. 7-17.
  • „Operation Marriage“ und andere Neuanfänge: Rheinland und Westfalen in der Nachkriegszeit. In: Rhein-Maas. Geschichte, Sprache und Kultur, Jg. 6 (2015), S. 8-25.
  • „Flüchtling zu sein, ist (k)eine Weltanschauung“? Die politische Integration von Westdeutschen und Vertriebenen und der BHE in Nordrhein-Westfalen, Hamburg 2013 (= Magisterarbeit).
  • Vom Oberlauf der Oder an Rhein und Ruhr. Schlesische Spurensuche in Nordrhein-Westfalen. In: Niederrhein-Magazin, Jg. 7 (2012), Heft 2, S. 3-19.
  • Ein starkes Bindeglied. Festschrift zum 60jährigen Bestehen des Landesbeirats für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen, Düsseldorf 2009 (mit Michael Weigand, Hrsg.: Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration der Landesregierung Nordrhein-Westfalen).

Stipendien

  • August-September 2016 Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts London
  • Februar-April 2017 Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts Washington D.C.

Mitgliedschaften

  • Pädagogische Arbeitsgruppe des Schülerwettbewerbes „Begegnung mit Osteuropa“ der Landesregierung Nordrhein-Westfalen
  • Institut für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung
  • Niederrhein-Akademie/ Academie Nederrijn
  • Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen

Glückwünsche zur erfolgreichen Disputation

Herr Arno Barth hat am 11. Juli 2018 seine Arbeit erfolgreich verteidigt, wozu ihm alle Mitglieder des Graduiertenkollegs 1919 herzlich gratulieren.

Projektposter

Das von Herrn Barth für die DFG-Begutachtung des Graduiertenkollegs im September 2017 erstellte Poster zu ihrem Projekt können Sie hier in höherer Auflösung abrufen

Betreuende Forscher

1. Betreuer:

Prof. Dr. Frank Becker

2. Betreuer:

Prof. Dr. Christoph Marx